Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Nur werden die Ämter leider nicht von Gott vergeben.
Kultur & Gesellschaft
Besteck oder Stäbchen: Womit essen die meisten Menschen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Weil es mehr Asiaten gibt als Westler, liegt die Antwort scheinbar auf der Hand: Stäbchen sind zahlenmäßig die Sieger. Falsch! Die Mehrzahl der Menschen isst mit ...
Messer, Gabel, Löffel, Hummerzange, Spargelheber – unsere Besteckkultur ist so raffiniert, dass sie den meisten Menschen als die einzig richtige erscheint. Ist sie aber nicht! Weltweit können sich höchstens 900 Millionen Menschen für den Einsatz von Besteck begeistern.
Und selbst bei uns war der Umgang mit Messer, Gabel und Löffel lange Zeit alles andere als selbstverständlich. Im 13. Jahrhundert riet ein elitäres Benimmbuch noch, nicht mit schmutzverkrusteten Fingern in die gemeinsame Schüssel zu grapschen – einen Hinweis auf Besteck sucht man in dem Text vergeblich.
Noch 1518 schimpfte Martin Luther gegen die als geziert verachtete Gabel: »Gott behüte mich vor Gäbelchen!« Und noch Ludwig XIV., der wegen der Prachtentfaltung seines Hofes im 17. Jahrhundert als »Sonnenkönig« verehrt wurde, griff laut einem Chronisten bevorzugt »mit den Pfoten ins Ragout«. Erst hundert Jahre später war das Besteck plötzlich vom Tisch nicht mehr wegzudenken: Neben dem Adel entdeckte es auch das reicher werdende Bürgertum als Möglichkeit, seine Kultiviertheit zu demonstrieren.
Ganz anders die Tischsitten in Asien: Bereits vor 3500 Jahren waren in China die Stäbchen üblich für alle. Als mögliche Ursache für die frühe Erfindung gilt die Beliebtheit heißen Fetts im Reich der Mitte: Die bis zu 25 Zentimeter langen Stäbchen schaffen einen sicheren Abstand zur heißen Kost. Buddhistische Missionare verbreiteten die Werkzeuge von China aus in großen Teilen Ostasiens. Heute essen 1,2 Milliarden Menschen mit Stäbchen.
Doch damit sind sie keineswegs die Sieger in Sachen Tischsitten. Weit mehr als vier Milliarden Menschen greifen beim Essen am häufigsten mit bloßen Fingern zu. Gut möglich, dass diese archaische Form des Speisens auch verstärkt zu uns zurückkehrt. Hamburger, Döner, Pommes und alle Arten von Fingerfood sind laut Trendforschern nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil sie ohne jedes Besteck verzehrt werden können und so auch den Tastsinn bedienen.












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