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Kelten

Stonehenge im Schwarzwald

In einem Grabhügel im Schwarzwald liegt ein keltischer Fürst begraben. Mit einer Weltraum-Software erkannten Archäologen: Die Anlage auf dem Magdalenenberg war eine Art Stonehenge auf dem Kontinent.

Mit aneinander gereihten Stangen erfassten die Kelten den Mondzyklus. Hier eine Nachbildung in Glauberg, HessenMit aneinander gereihten Stangen erfassten die Kelten den Mondzyklus. Hier eine Nachbildung in Glauberg, Hessen
Mit aneinander gereihten Stangen erfassten die Kelten den Mondzyklus. Hier eine Nachbildung in Glauberg, Hessen
Peter Jakobs / Flickr

Der keltische Grabhügel vom Magdalenenberg bei Villingen-Schwenningen wurde vor vierzig Jahren entdeckt. Erst jetzt konnten ihm Archäologen sein großes Geheimnis entlocken: Die Begräbnisstätte war ein früher Mondkalender.

Mit einer NASA-Software rekonstruierten Archäologen vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) in Mainz den damaligen Stand der Himmelkörper.Diese glichen sie mit dem Hügelgrab ab: Die insgesamt 136 Gräber rund um das zentrale Fürstengrab sind nach Sternbildern angeordnet. Aus den Positionen ließ sich das Alter der Anlage errechnen. Sie stammt aus dem Jahr 618 vor Christus.

Mondkalender der Kelten – Schwarzwälder Stonehenge

Lageplan der Gräber der Kelten. Sie zeichnen die großen Sternbilder nachLageplan der Gräber der Kelten. Sie zeichnen die großen Sternbilder nach
Lageplan der Gräber der Kelten. Sie zeichnen die großen Sternbilder nach
A. Mees / RGZM

Im Gegensatz zum britischen Stonehenge wurden die Gräber in dem Hügel nicht auf die Sonne, sondern auf den Mond ausgerichtet. Die keltischen Erbauer reihten Holzstangen auf den 100 Meter breiten Grabhügel, um die Mondwenden zu erfassen. Nach diesen richtete sich der Kalender der Kelten. Auch Mondfinsternisse hätten sie damit vorhersagen können, so Allard Rees, Archäologe am RZGM.

Die Kelten kannten keine Schrift. Ihre reiche Kultur lässt sich nur durch Bodenfunde dokumentieren. Erstmals ließ sich jetzt die in Vergessenheit geratene keltische Mondkultur in vollem Umfang sichtbar machen, freut sich Rees.

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Autor/in: Sarah Schiek



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