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Archäologie

Schachmatt im 12. Jahrhundert

Die hochmittelalterliche Ständegesellschaft liebte es, sich selbst auf dem Schachbrett abzubilden. Einen weiteren Beweis hierfür haben Archäologen jetzt bei der ostwestfälischen Falkenburg ausgegraben.

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Abbildung des Grande Acedrex (»Großes Schachspiel«) im Libro de los juegosAbbildung des Grande Acedrex (»Großes Schachspiel«) im Libro de los juegos
Schach war bereits im Mttelalter beliebt - wie diese Buchmalerei zeigt
Wikimedia Commons

In einem recht unscheinbaren Wohnhaus neben der Burg bei Detmold stießen die Forscher bei Ausgrabungen auf eine Schachfigur. Hierbei handelt es sich um einen etwa zehn Zentimeter großen Bischof, der im 12. Jahrhundert aus Knochen geschnitzt wurde. Der Thron und der Kopf der Figur sind leider nicht erhalten geblieben, aber anhand der Kleidung konnten die Forscher einen Kleriker eindeutig identifizieren.

Meist seien solche Spielfiguren im Hochmittelalter sehr stilisiert dargestellt worden, derart naturgetreue Arbeiten hingegen seien selten gewesen, erklärte Elke Treude vom Lippischen Landesmuseum. Bisher habe man weltweit nur eine handvoll vergleichbarer Figuren gefunden.

Im mittelalterlichen Schachspiel besetzte der Bischof die Position des uns bekannten Läufers. Das Spiel kam vermutlich im 10. Jahrhundert bereits aus Indien nach Europa. Dort war die Figur des Streitelefanten bekannt.

Die Forscher vermuten nun, dass das Wohnhaus als Übergangslösung für den einstigen Burgherren Bernhard II. zur Lippe gedient haben muss. Denn neben dem Spielstein wurden noch vergoldete Möbelbeschläge gefunden, die auf einen gewissen Reichtum hinweisen. Es wird angenommen, dass der Burgherr dort unterkam, bis seine ab 1194 im Teutoburger Wald errichtete Burg vollendet war.

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Autor/in: Claudia Linse


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