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Archäologie

Gewaltiger Damm der Maya entdeckt

Archäologen haben bei Ausgrabungen in der Maya-Stadt Tikal in Guatemala ein raffiniertes Wasserspeichersystem entdeckt. Das 1700 Jahre alte Bauwerk ist der größte bekannte Damm des Maya-Gebietes. Sogar eine Art Kläranlage war eingebaut.

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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In der Maya-Stadt Tikal (hier ragen die berühmten Stufenpyramiden aus dem Urwald empor) wurde der gewaltige Damm gefunden
Oliver Brunner / pixelio.de

Wasserversorgung rund ums Jahr

Der Damm war gewaltige 80 Meter lang, 60 Meter breit und zehn Meter hoch. Damit stand in Tikal die größte Anlage dieser Art, die je in Zentralamerika nachgewiesen wurde. Dazu zählt auch das vorgelagerte Rückhaltebecken. Es konnte eine Wassermenge fassen, die dem Inhalt von 25 olympischen Schwimmbecken entspricht. Archäologen entdeckten bei den Grabungen in Guatemala neben Damm und Becken auch Kanäle, Leitungen und Schaltsysteme, durch die sich das Trinkwasser nach Regenfällen auf die Speicher verteilte.

In dieser Region gibt es nur selten Niederschläge und das Wasser versickert schnell im Kalkboden. Mithilfe des Wasserspeichers konnte die Bevölkerung über das ganze Jahr mit Trinkwasser versorgt werden. Und das musste nach Meinung der Forscher für sehr viele Menschen reichen – um 700 n. Chr. sollen rund 80.000 in und um Tikal gelebt haben.

Einfach und genial: Filtersysteme aus der Mayazeit

Mit einfachen Mitteln schufen die Maya ein Bauwerk, das erstaunlich effektiv war: mehr als tausend Jahre lang waren dadurch die Bedürfnisse der wachsenden Bevölkerung der Region gedeckt. Besonders ausgeklügelt war das Filtersystem, das sich die Maya ausgedacht hatten. Um das aufgefangene Regenwasser trinkbar zu machen, gab es an den Ausflüssen mehrerer Reservoires Absatzbecken für Schwebstoffe und Sandfilter. Die Archäologen vermuten, dass die Maya zusätzlich das Wasser mit Maisgries vermischt haben, um Krankheitserreger abzutöten.

Der Damm

Im Reservoire wurde nach Meinung der Wissenschaftler das Wasser aufgefangen, das von den gepflasterten Steinflächen der Innenstadt von Tikal abfloss. Mehrere etwa 30 Zentimeter breite Schleusentore durchbrachen den Damm in verschiedenen Höhen, so konnte der Wasserstand reguliert werden. Nur der (um 750 v. Chr. gebaute) Purrón-Damm in Tehuacán (Mexico) ist noch größer als der neuentdeckte Damm von Tikal.

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Autor/in: Julia Iglhaut
18.07.2012


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