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Olympia 1972

Das Geiseldrama von München

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Gedenktafel am Eingang zur Connollystraße 31 - Erinnerung an den Anschlag von 1972
ProhibitOnions / Wikipedia

Als sich die Terroristen auf den Weg machen, liegt München noch in tiefem Schlummer. Gegen vier Uhr morgens erreichen die Männer das olympische Dorf. Sie wissen genau, wo sie den knapp zwei Meter hohen Drahtzaun übersteigen müssen, um rasch zur Connollystraße 31 zu gelangen. Dort befindet sich das Ziel der Operation, das Quartier der israelischen Olympiamannschaft. An diesem 5. September 1972 wird dort der Nahostkonflikt zwischen Israel und den Palästinensern auf die Bühne der Weltöffentlichkeit gezerrt - und die »heiteren Spiele« von München werden sich in einen Albtraum verwandeln.

Ein Albtraum, auf den Deutschland auch 40 Jahre später mit einer Mischung aus Trauer, Grusel und Fassungslosigkeit zurückblickt. Als Indikator für das anhaltende Interesse mag der Erfolg des Fernsehfilms »München 1972 - das Attentat« herhalten, den das ZDF am 19. März ausgestrahlt hat: Beachtliche 4,22 Millionen Zuschauer haben ihn gesehen, knapp 4 Millionen blieben auch bei der anschließenden Dokumentation dran.

Plötzlich waren all die verstörenden Bilder wieder da: Vom Medien- und Menschenauflauf rund um die Connollystraße 31; von den vermummten Palästinensern, die sich hinter Fenstern und auf Balkonen zeigten; von den zerschossenen und gesprengten Helikoptern auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck; von den Politikern und Polizeiführern, die auf einer Pressekonferenz das desaströse Ergebnis der versuchten Geiselbefreiung verkünden mussten. Und erstmals gewannen die Zuschauer einen realistischen Eindruck von den Szenen, die sich innerhalb des israelischen Quartiers und dann auf dem abgesperrten Flughafengelände abgespielt hatten.

Die damaligen Ereignisse lassen sich anhand der Aussagen von israelischen Sportlern, überlebenden Terroristen und den Verantwortlichen auf deutscher Seite ziemlich genau rekonstruieren. Was die Absichten der palästinensischen Täter sowie die Hintergründe der deutschen Polizeitaktik betrifft, bleibt frei-lich einiges im Dunkeln - und führt bis heute zu immer neuen Gerüchten und Spekulationen.

Fest steht, dass die acht schwer bewaffneten Männer der Terrororganisation »Schwarzer September« gegen 4.25 Uhr die Unterkunft der israelischen Sportler erreichen. Die Haustür ist stets unverschlossen, die Terroristen müssen nur hineinspazieren. Als sie in das Apartment 1 eindringen wollen, kommt es zum ersten Zwischenfall: Yossef Gutfreund, Kampfrichter bei den israelischen Ringern, bemerkt die ungebetenen Gäste und wirft sich geistesgegenwärtig mit seinen 133 Kilo gegen die Tür. Sein Zimmergenosse wird durch den Tumult wach und kann gerade noch durchs Fenster fliehen, bevor es den Terroristen gelingt, Gutfreund zu überwältigen.

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