Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Nur werden die Ämter leider nicht von Gott vergeben.
Ausgabe
06/2013
Cäsar und Augustus
Deutschland 1913: Der letzte Sommer im Frieden
Brief, Telefon & Co: Als die Wörter fliegen lernten
Ausgabe
06/2013
Wie gefährlich sind die Geheimbünde von heute?
Wo finde ich meinen Genpartner?
Gibt es noch Länder ohne Internet?
Ausgabe
05/2013
Ausgabe
02/2013
Ausgabe
02/2013
Ausgabe
05/2013
Ausgabe
02/2013
Ausgabe
02/2013
113 qualitativ hochwertige Sudokus – für Anfänger, Fortgeschrittene, Experten und Champions
Zu gewinnen: drei E-Book-Reader!
Ausgabe
02/2013
Noch mehr Rätselspaß:
P.M. Logicals bringt Ihre grauen Zellen auf Hochtouren. Mit 44 anspruchsvollen Logik-Puzzles
Ausgabe
02/2013
Siezen und Duzen
Das „You“ ist kein Du, sondern ein „Sie“
„You can say you to me.“ So soll Bundeskanzler Kohl einst US-Präsident Reagan das Du angetragen haben. Kohl und den meisten Deutschen unbekannt: Siezen und Duzen gibt es auch im angelsächsischen Sprachgebrauch. Das „you“ war dort ursprünglich das „Sie“ und ist heute, zusammen mit der Nennung des Nachnamens, durchaus noch üblich. Durch die Anrede mit dem Vornamen wird das „you“ zum vertraulichen „du“.
Das ist der spannende Einstieg zu einem neuen Buch über die angelsächsische Konversationskunst. „Words don’t come easy“ (Campus 2011) der Anglistin Doris Märtin deckt viele Überraschungen über das Duzen und Siezen auf, die selbst intimen Kennern der britischen und US-amerikanischen Sprachkultur oft nicht geläufig sein dürften.
Darüber hinaus tritt es vielen hierzulande bestehenden Vorurteilen über die vermeintliche Plattheit des Smalltalks entgegen. Der ist, sozusagen als „Warm-up“, der gegenseitigen Wertschätzung und des Einander-Abklopfens die hohe Kunst der Konversation. Wer ihn beherrscht, wird in jede Präsentation und Geschäftsverhandlung mit leichterer Zunge und offenerem Kopf einsteigen.
Dass Angelsachen jeden duzen ist ein Klischee
Gerade introvertiertere Deutsche fühlen sich bei Empfängen in Engand und den USA oft wohler als daheim. Hier geht es nicht um „teutonische Direktheit“, den Finger in die Wunde zu legen („Wie soll denn das gehen?“) und seine eigene Meinung über die aller anderen zu stellen, so die Autorin. Statt Widerspruch, Rechthaberei und Besserwissertum stehen Anerkennung und das Gemeinsame im Mittelpunkt.
Viele dagegen erliegen dem Irrtum, dass der Wohlfühlfaktor in erster Linie durch die leichtere Anrede zustande kommt. Dem tritt die Autorin entgegen. Dass die Angelsachsen pauschal jeden duzen sei ein Klischee. Die Wahrheit sei grammatikalisch und erst recht sozial viel komplizierter.
Die Formen der Anreden bei Shakespeare
Das verdeutlicht Doris Märtin mit einem Dialog aus Shakespeares Romeo und Julia. Während Julia sich ihrem Vater gegenüber das Siezen („you“) auferlegt, pflegt er das familiäre Duzen („thou, „thee“), Beispiel:
„Good father, I beseech you on my knees“ – „I tell thee what: get thee to church o’Thursday“: „Ich fleh Sie/Euch auf den Knien, mein guter Vater“ – „Ich sag dirs: zur Kirch auf Donnerstag“.
Im 17. Jahrhundert gingen die Engländer zum Siezen über
Mit dem Duzen wurde, wie das Beispiel zeigt, oft auch eine Geringschätzigkeit zum Ausdruck gebracht. Das hatte zur Folge, dass im 17. Jahrhundert das „thou“ durch das „you“ ersetzt wurde, die Engländer vom Duzen zum allgemeinen Siezen übergingen.
Das war unverfänglicher, so die Anglistin, und man trat niemanden zu nahe. Will man in der englischen Sprache lockerer miteinander werden, geht man einfach zum Vornamen über.
- Floh & Co
- Glücks-Charta






















Kommentar hinzufügen