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Kreuzzüge

Auf dem Weg ins Heilige Land

Während der ersten Kreuzzüge machten die Ritter in der byzantinischen Metropole Station. Zunächst sollten sie helfen, die muslimischen Feinde Ostroms zu bekämpfen, doch die vermeintlichen Freunde bereiteten dem Kaiser von Byzanz zunehmend Probleme...

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Während der ersten Kreuzzüge machten die Ritter in der byzantinischen Metropole Station
iStockphoto

Staatsstreiche hatten eine lange Tradition in Konstantinopel. Allein in den Jahren von 1025 bis 1081 versuchten nicht weniger als 13 Kaiser, eigene Dynastien zu gründen, und kamen dabei um. Am 4. April 1081 war es wieder einmal so weit: Alexios Komnenos stürzte Kaiser Nikephoros III. und setzte sich selbst auf den Thron des Byzantinischen Reiches. Der 33-jährige Adlige trat ein gewaltiges Erbe an. Um die Jahrtausendwende war Byzanz auf einem Höhepunkt seiner Macht gewesen und hatte Kreta, Zypern und den Osten Kleinasiens bis zum Euphrat besetzt. Selbst Bulgarien und Armenien waren Teil eines Reiches, das sich als legitimer Erbe des römischen Imperiums sah.

Alexios I. hatte allerdings keine Zeit, sich auf seinem Erfolg auszuruhen, denn außenpolitisch wurde die Lage zunehmend komplizierter. Bulgaren und die türkischen Seldschuken setzten den Byzantinern schwer zu, und sogar die Normannen hatten ihre Hände nach den Reichsgebieten ausgestreckt. Mit Rom schließlich lag Konstantinopel in einem theologischen Streit um die Oberhoheit des Papstes über den Patriarchen von Konstantinopel.

Als 1090 die türkischen Seldschuken mit einem Heer vor den Toren Konstantinopels standen, war es Alexios klar, dass Byzanz die militärische Unterstützung des Westens dringender brauchte denn je. Zwar war es gelungen, den Angriff abzuwehren, aber langfristig stand das Reich auf verlorenem Posten. Schweren Herzens schickte Alexios Gesandte nach Rom, um Papst Urban II. offiziell um Unterstützung im Kampf gegen die Seldschuken zu bitten. Der Papst war durch und durch Diplomat und erkannte in der Anfrage eine einmalige Chance: Wenn West und Ost sich wieder annäherten, rückte eine Wiedervereinigung der Kirche unter römischer Vorherrschaft in greifbare Nähe. Urban zögerte nicht lange und rief am 27. November 1095 auf der Synode von Clermont in Frankreich die Christen zum Kreuzzug gegen die Muslime auf. Als Lohn dafür sollten den Teilnehmern die Sündenstrafen erlassen werden. Das Echo übertraf alle Erwartungen. »Deus lo volt« (Gott will es), schallte es begeistert durch die Städte Europas. Nicht nur Ritter, die Urban II. hauptsächlich angesprochen hatte, brachen auf. Auch eine unüberschaubare Menge an Abenteurern und verarmten Bauern machte sich auf den Weg, um durch den Kreuzzug ihre weltliche und himmlische Zukunft zu sichern. Als sie auf dem Weg ins Heilige Land an den Städten Worms, Speyer und Trier vorbeikamen, ließen sich diese Massen dort zu den bis dahin heftigsten Judenpogromen hinreißen. In Konstantinopel angekommen, setzten die Abenteurer über den Bosporus – und wurden 1096 von den Seldschuken vernichtend geschlagen.

Im Frühjahr 1097 trafen die Kreuzritter in Konstantinopel ein. Alexios war bei seiner Bitte um Beistand davon ausgegangen, dass der Westen ihm Söldner zur Verfügung stellen würde, die sich dem byzantinischen Oberbefehl unterstellten. Doch die Truppen, die nun vor den Toren Konstantinopels standen, waren selbstbewusste Ritterheere mit etwa 30000 bewaffneten Männern – durchaus eine potenzielle Bedrohung für das geschwächte Reich. Um auf Nummer sicher zu gehen, ließ der Kaiser die Oberbefehlshaber der einzelnen Heere einen Lehnseid schwören, wohl wissend, dass die Ziele der Kreuzritter sich in Zukunft nicht mit seinen eigenen politischen Planungen decken mussten. In diesem Eid verpflichteten sich die Kreuzritter nach einigem Zögern, alle von den Türken zurückeroberten Gebiete Kaiser Alexios zu unterstellen. Begleitet von einem byzantinischen Heer machten sich die Kreuzritter kurz darauf von Konstantinopel aus auf den Weg nach Jerusalem. Auf dem Weg dorthin eroberten sie im Juni 1097 das besetzte Nicäa und schlugen kurz darauf die seldschukische Hauptmacht in einer offenen Feldschlacht. Die Muslime wurden von diesem Erfolg vollkommen überrumpelt. Die Kreuzritter hingegen waren von ihrem ersten Triumph beflügelt und zogen weiter nach Antiochia im heutigen Syrien.

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