Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Nur werden die Ämter leider nicht von Gott vergeben.
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Cäsar und Augustus
Deutschland 1913: Der letzte Sommer im Frieden
Brief, Telefon & Co: Als die Wörter fliegen lernten
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Wie gefährlich sind die Geheimbünde von heute?
Wo finde ich meinen Genpartner?
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Blüte der Künste
Als Preußen zu einem Musentempel wurde
Fern des Schlachtenlärms erblüht das Land in einem Kunststil, der nach dem Herrscher benannt ist. Unternehmen Sie mit P.M. HISTORY eine Reise in das »Friderizianische Rokoko«
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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1106970/imagebrowser/view/imagecache/1106970/artikelbild1106957Friedrich ist 16, als er seinen Vater zum ersten Mal an den königlich-kursächsischen Hof Augusts des Starken begleitet. Hier herrschen der Glanz und der Überfluss, den der Kronprinz zu Hause in Berlin vermisst. Komödien und Ballette, Galadiners und Redouten, Maskeraden und Feuerwerke fügen sich zu einem riesigen, die Sinne berauschenden Gesamtkunstwerk. Die junge Gräfin Orlzeska zeigt Friedrich die überbordenden Schätze im Grünen Gewölbe und die Porzellanmanufaktur. Sie ist eines der vielen illegitimen Kinder Augusts des Starken und gleichzeitig, munkeln viele, eine seiner Mätressen. Auch Friedrich findet die kapriziöse, kluge junge Frau mehr als bezaubernd.
Ganz Dresden ist eine barocke Schönheit. Die Bauten Augusts des Starken machen aus der Stadt die prachtvollste Residenz Deutschlands, das – bis zu seiner Zerstörung 1945 – vielgepriesene »Elbflorenz«. Die Kunstsammlungen im Zwinger, heute ein Museum, damals ein grandioser Festplatz, zeugen vom Aufschwung der Künste in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, von der verschwenderischen Schönheitsliebe des Barockzeitalters.
August der Starke hat sich Ludwig XIV. von Frankreich zum Vorbild genommen. Auch Friedrich wird den Sonnenkönig sein Leben lang bewundern: Malerei, Musik, Bildhauerei und Baukunst dieser Epoche bilden seinen Geschmack. Der Sonnenpalast von Versailles, ein säkularisiertes Heiligtum für den absolutistischen Herrscher von Gottes Gnaden, übertrifft alles bisher Dagewesene an Prachtentfaltung. Er ist Schauplatz eines Hofzeremoniells, das selbst aus dem Aufstehen und Zubettgehen des Königs Staatsakte macht und aus selbstbewussten Aristokraten Höflinge, die sich darum reißen, ihm das Handtuch zu reichen. Musik und Theater stehen im Mittelpunkt höfischer Vergnügungen. Im Hoftheater steigen die Herrscher noch selbst auf die Bretter, um ihrem Publikum zu imponieren. Madame de Pompadour, die Mätresse Ludwigs XV., ruft eine eigene Schauspieltruppe ins Leben und inszeniert Opern.
Im Schlosspark flirren und leuchten bei höfischen Festen zahllose Wasserfontänen im Farbenrausch gigantischer Feuerwerke. Technische Höchstleistungen sind erforderlich, um das Wasser in den Park zu leiten. Auch die teuerste Mätresse verschlingt nur einen Bruchteil der Summen, die der Sonnenkönig für seine Wasserleidenschaft ausgibt. Sorgfältig zurechtgeschnittene Bäume und Büsche fügen sich dem geometrischen Gestaltungsprinzip, weitläufige Orangerien schützen die Gewächse des Südens vor dem Winter. Frankreich demonstriert in Versailles seinen Hegemonieanspruch über alles, auch über die Natur. Vor allem aber über ganz Europa.
Frankreichs Denker, obwohl dem philosophischen Empirismus und der Naturwissenschaft Englands, vornehmlich Newtons Physik verpflichtet, haben im Ausland das größte Prestige. Frankreich exportiert seine Sprache, die Mode, die Kunst und die Architektur. Versailles löst eine europaweite Bauwut aus, denn Macht und Pracht gehören im Absolutismus zusammen. Wer seine Macht nicht zur Schau stellt, setzt sich dem politisch gefährlichen Verdacht aus, keine zu haben. Die Zeichensprache des Hofzeremoniells und ein prunkvolles Ambiente sind subtile und schlagkräftige Waffen im Kampf um Macht und Ansehen, für die man bedenkenlos Schuldenberge aufhäuft. Die Künste stehen im Dienst der Höfe, entwickeln sich weitgehend in Abhängigkeit von ihnen. Theater und Malerei, Literatur und Wissenschaft, bildende Kunst, Festkultur, Architektur, Gartenbau und Porzellanherstellung: Alles dient der Demonstration kultureller Dominanz und gesellschaftlicher Stärke.
Auch der Großvater Friedrichs II., Friedrich I. in Preußen, entfaltet verschwenderische Pracht, um sein junges, seit 1701 bestehendes Königtum in Szene zu setzen. Sein Architekt Andreas Schlüter baut das Berliner Stadtschloss um, baut Schloss Charlottenburg und andere Schlösser, er baut das Zeughaus, das
der Aufbewahrung militärischer Gerätschaften dient, und schmückt dessen Fassaden mit Reliefs, deren Ausdruckskraft sich in heutigen Augen neu bewährt: In den Gesichtern von 22 sterbenden Kriegern spiegelt sich das Grauen des Krieges. Ob die Zeitgenossen das auch so empfinden, ist nicht überliefert. Sie preisen, je nach Standpunkt, ihren König als »Gründer eines neuen Roms« oder kritisieren seine Verschwendungssucht.
Sein Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelm I. fährt die Kosten für Kulturkonsum und höfisches Leben drastisch zurück und investiert in ein schlagkräftiges Militär. Den Lustgarten am Berliner Schloss lässt er zum Exerzierplatz umgestalten, die Orangerie wird zum Marstall. Doch Kriege führt er nur selten und ungern, er setzt auf Sparsamkeit, Sicherheit und Stabilität. Friedrich, sein Sohn und Thronfolger, gerät nicht nur wegen seiner schöngeistigen Neigungen mit ihm über Kreuz, sondern auch deswegen, weil er früh eine andere Herrschaftsauffassung entwickelt. Friedrich will das Risiko, er will Glanz und Ruhm. Die Sehnsucht danach schlägt bereits in jungen Jahren in ihm Wurzeln, als er, ein Knabe noch, den »Telemach«, den »Rinaldo«, den »Don Quichote« verschlingt, die Abenteuerromane und Epen von Fénelon, Tasso und Cervantes.
Preußen soll eine europäische Großmacht werden und bleiben. Dem dient alles, was Friedrich tut, die Schlesischen Kriege ebenso wie die Justizreform, die Trockenlegung des Oderbruchs oder die Förderung der Künste. Die Musen finden unter seiner Herrschaft wieder Einlass in Preußen und machen sich breiter als je zuvor. Denn Friedrich weiß, dass Kultur im Wettstreit der europäischen Machtzentren mehr denn je auch politische Bedeutung hat. Und besser als alles andere für Nachruhm sorgt.
P.M. HISTORY 2/2012
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- Bruderkrieg
- Friedrich der Große
- 1800 bis 1813






















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