Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Elektromobilität

Warum Elektroautos scheitern

Bis 2020 möchte Angela Merkel das Ziel von einer Million E-Autos in Deutschland erreichen. Doch noch sind Elektroautos bei uns die absolute Ausnahme im Straßenverkehr. Dabei ist Strom deutlich günstiger als Benzin und sogar umweltschonender - zumindest dann, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien kommt. Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben im Feldversuch getestet, warum das Elektroauto hierzulande den Durchbruch einfach nicht schafft.

Elektroautos sind bei uns nach wie vor selten im Straßenverkehr anzutreffen

 

Ruhr-Universität Bochum

70 Testfahrer, zwischen 21 und 73 Jahre alt, haben für die Studie unter Leitung von Constantinos Sourkounis insgesamt 50.000 Kilometer zurückgelegt. Die Teilnehmer wurden vor und nach der Testphase befragt. Besonders die Bedienbarkeit, Fahrspaß, Alltagstauglichkeit, Ladeinfrastruktur und Zufriedenheit mit der Höchstgeschwindigkeit interessierten die Wissenschaftler.

Die Erwartungen an die E-Autos wurden laut Sourkounis übertroffen. Über 80 Prozent fanden den Umgang mit dem Auto leicht zu erlernen, obwohl das nur 50 Prozent erwartet hatten. Etwa die Hälfte der Nutzer bescheinigtem dem Auto auch großen Fahrspaß.

Höchstgeschwindigkeit von 110 Stundenkilometer

Die Höchstgeschwindigkeit der Testfahrzeuge, die zwischen 110 und 130 Stundenkilometer lag, war dagegen für viele nicht zufriedenstellend. „110 Stundenkilometer sind auf der Autobahn natürlich nicht sehr komfortabel“, meint auch Constantinos Sourkounis.

Viele Fahrer befürchteten im Vorfeld, dass die Reichweite von 100 Kilometer pro Batteriefüllung zu kurz sei. Allerdings haben die Testfahrer dann im Durchschnitt zwischen zwei  Aufladungen nur 44 Kilometer zurückgelegt. Das heißt die Batterie war noch 60 bis 70 Prozent voll, wenn die Nutzer das Auto wieder an die Steckdose hängten. Die Wissenschaftler erklären sich das mit dem noch mangelnden Vertrauen in das E-Auto.

Lademöglichkeiten sind immer noch dünn gesät

Stecker in die Dose statt Rüssel in den Tank – bald schon Alltag in Deutschland?     
Ruhr-Universität Bochum

Das größte Manko sahen die Testfahrer in den fehlenden Lademöglichkeiten. In Bochum gibt es beispielsweise nur zwölf Ladesäulen. Für manche braucht man auch noch einen speziellen Adapter oder muss sich als Kunde registrieren.

Ein weiteres gewichtiges Gegenargument ist der Preis. Denn ein Elektroauto kostet immer noch etwa doppelt so viel wie ein Auto mit Verbrennungsmotor in der gleichen Größe. Das Teure ist die Batterie. Etwa die Hälfte der Testnutzer würde sich dann zumindest steuerliche Vorteile und günstige Versicherungen wünschen. Vielleicht könnte das die Elektroautobegeisterung in Deutschland ankurbeln. 


Alles rund um das Thema Automobil und Gebrauchtwagen erfahren Sie in unserem Auto Blog auf P.M. Online!

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 2.7 (22 Bewertungen)
Autor/in: Andrea Bannert