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Autolack
Hier fährt ein optisches Feuerwerk
Einfarbige Autos waren gestern. Farbton-Flop ist hip. Die Autolacke schimmern in allen Farben – je nach Blickwinkel anders. Mit einem neuen Gerät können Wissenschaftler die Lacke jetzt systematisch reproduzieren.
James Bond hat alles in seinen Autos: Raketenwerfer, Maschinengewehre und Minen. Er konnte mit ihnen abtauchen und sich sogar unsichtbar machen. Eines stünde ihm dennoch gut zu Gesicht: ein Auto, das den Farbton ändert.
Dafür bräuchte 007 nur einen besonderen Autolack. Einen Interferenzlack, der die Farbspielereien verursacht. Sie wechseln je nach Blickwinkel von zartem Türkis zu kühlem Blau oder von spritzigem Pink zu sattem Grün. Strahlt zudem noch die Sonne auf den Autolack, entsteht ein buntes Kaleidoskop aus Farbtönen.
Autolack mit Regenbogen-Effekt
Die besonderen Autolacke enthalten Interferenz-Pigmente. Bei Interferenz werden, vereinfacht gesagt, Teile von Lichtwellen unterschiedlich stark reflektiert. Diese überlagern sich und dadurch entsteht der Regenbogen-Effekt. Im Fachjargon heißt dieses Phänomen auch Farbton-Flop.
Für die Industrie ist es schwierig, eine konstante und vorhersagbare Farbqualität zu garantieren. Das liegt daran, dass die genaue Zusammensetzung der Lacke meist nicht bekannt ist. Sie entstehen rein zufällig. Einen Farbton nachzumischen wird dadurch nahezu unmöglich.
Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig haben eine Lösung für dieses Problem gefunden. Sie wollen Farbe messen. Grundlage dafür ist ein so genanntes Roboter-Gonioreflektometer. Das wurde weiterentwickelt und mit zwei zusätzlichen Kameras versehen.
Minutenschnell Farbtöne entschlüsselt
Dieses Messgerät ermittelt, wie Licht von einem Material reflektiert wird. Dazu beleuchtet eine Lichtquelle das gewünschte Objekt, und ein Sensor nimmt das reflektierte Licht auf. Solche Messungen dauerten bisher mehrere Stunden. Die zusätzlichen Kameras reduzieren das auf wenige Minuten, weil sie ein ganzes Lichtspektrum auf einmal erfassen kann.
Diese Erfindung soll die Qualitätskontrollen von Farben und damit auch Autolacken verbessern. Ihre Zusammensetzung kann besser entschlüsselt werden und eine Reproduktion ermöglichen, selbst bei historischen Farben, deren Zusammensetzung nie dokumentiert wurde. Kratzer im Lack lassen sich problemlos ausbessern – auch bei James Bonds alten Flitzern aus den 1960er Jahren.
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