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Brummi
Der E-Brummi auf der Versuchsstrecke
120 Tonnen Kohlendioxidemissionen pro Jahr – das ist zuviel. Aber genau diese Abgasmengen werden, wenn sich nichts ändert, im Jahr 2050 auf deutschen Straßen befürchtet. Mit dem Projekt „Enuba“ leitet Siemens nun Gegenmaßnahmen ein. Der E-Brummi soll das Treibhausgas vermindern helfen.
Zwei Jahre lang hat das Unternehmen nördlich von Berlin auf dem ehemaligen DDR-Militärflugplatz Templin getestet, ob elektrische Brummis großflächig eingesetzt werden können. Das Projekt Enuba (Elektromobilität bei schweren Nutzfahrzeugen zur Umweltentlastung von Ballungsräumen) zeigt: Ja, es ist technisch möglich.
Brummis fahren mit Verbrennungs- oder Elektromotoren
Zwei verschiedene Varianten von E-Brummis sind denkbar. Der für die Tests verwendete Prototyp war mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet. Dieser überträgt seine Leistung an einen Generator. Ein nachgeschalteter Elektromotor treibt die Kardanwelle des Brummis an. Die zweite Möglichkeit ist ein reiner Elektroantrieb des Brummis. Auch Antriebe mit Gas oder Wasserstoff seien denkbar, betont Silke Reh von Siemens Infastructure und City Sektor. Autos mit zwei verschiedenen Antrieben nennen sich Hybride.
Die E-Lastwagen prüfen kontinuierlich per Scansystem, ob eine eigens für Brummis verlegte Oberleitung verfügbar ist. Wenn das der Fall ist, klinkt sich der LKW automatisch, mit einem neuartigen Stromabnehmer mit intelligenter Steuerung, in das System ein. Diesen Vorgang nennt sich das "An- und Abbügeln an und von der Leitung". Das funktioniert zum Beispiel beim Überholen automatisch und ohne dass der LKW-Fahrer etwas davon mitbekommt.
Der Lastwagen fungiert als Generator und speist Energie in die Oberleitung ein
„Größter Vorteil des Hybridantriebs ist dessen Energieeffizienz“, weiß Jürgen Fetzer, Vertriebsleiter der Hybridantriebe bei Siemens. Energie, die zum Beispiel beim Bremsvorgang erzeugt wird, speist der Brummi zurück ins Netz. Diese Energie kommt den anderen Lastwagen im Oberleitungsnetz schließlich wieder zu Gute.
Ein plausibles und energiesparendes Antriebskonzept – würde die Durchführung nicht Kopfzerbrechen bereiten. 1,1 bis 2,5 Millionen Euro kostet der Bau von Oberleitungen pro Kilometer Autobahn. Stattete man die deutschen Autobahnen von A1 bis A9 mit diesem System aus, kostete das rund 15 Milliarden Euro. In den Kosten noch nicht berücksichtigt: Die Umrüstung der LKW.
In einem zweiten Forschungsprojekt, das Siemens in Kürze startet, werden das Ein- und Ausfahren des Stromabnehmers, im Fachjargon An- und Abbüglungstechnologien, und deren Kosten dann genauer unter die Lupe genommen.
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