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Bordcomputer

Das vernetzte Auto

Per Mobilfunk und WLAN werden die Autos der Zukunft nicht nur untereinander vernetzt sein. Sie können auch mit der Umgebung kommunizieren. Straßenschilder und Ampeln sitzen dann mit am Steuer

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Mehr Datenaustausch beim Autofahren bedeutet nicht mehr Stress: Der Fahrer wird nur im Ernstfall "eingeschaltet"
iStockphoto

Vom Navigationssystem über Brems-, Spur- oder Parkassistent bis hin zur Verkehrszeichenerkennung: Vieles von dem, was heute den automobilen Alltag erleichtert, war noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar oder wäre bestenfalls als Science-Fiction durchgegangen. In den 1970er Jahren etwa galten Automatiksicherheitsgurt, Kopfstütze und Knautschzone schon als das Nonplusultra der Sicherheit, und elektrische Fensterheber oder gar eine Klimaanlage waren für die breite Masse ein nahezu unerreichbarer Luxus. Ganz anders heute. Längst sind die meisten Kleinwagen ausgestattet mit Sicherheits- oder Komfortfeatures wie elektronischer Stabilitätskontrolle, Parksensoren oder Klimaautomatik. Der wahre Evolutionssprung aber besteht darin, dass Autos heute buchstäblich »mitdenken« und – wenn es einmal darauf ankommt – sogar selbstständige Entscheidungen treffen können.

Das Auto hat gelernt, seine Umgebung wahrzunehmen, und wird zukünftig auch mit ihr kommunizieren können. So, wie nahezu jedes Mobiltelefon heute ein Smartphone ist, so ist auch das Auto auf dem besten Wege, ein Smart-Car zu werden (was allenfalls am Rande etwas zu tun hat mit dem gleichnamigen Kleinstmobil aus dem Daimler-Konzern). Wie etwa aus einer bloßen Assistenzfunktion per Vernetzung eine smarte Lösung erwächst, das lässt sich am Beispiel der Start/Stopp-Automatik verdeutlichen. »Start/Stopp funktioniert zunächst einmal so, dass der Motor automatisch ausgeschaltet wird, sobald das Auto länger als drei Sekunden im Leerlauf steht«, erklärt Ingenieur Karl-Oskar Proskawetz. »Besteht aber eine Kommunikation zwischen Auto und beispielsweise einer Lichtsignalanlage, dann entscheidet das System, je nachdem wie lange die Rotphase noch andauern wird, ob ein Abschalten des Motors unter Gesichtspunkten wie Emission und Verschleiß sinnvoll ist oder nicht.« »Vernetzung« bedeutet also nicht nur, dass ein Auto mit anderen Autos kommunizieren kann (Car to Car Communication, abgekürzt: C 2 C) – sondern dass es in der Lage ist, auch mit der umgebenden Infrastruktur Kontakt herzustellen (Car to Infrastructure Communication: C 2 I). Vorreiter der automobilen Kommunikation ist das europäische »Car 2 Car Communication Consortium«, ein Zusammenschluss von zwölf Fahrzeugherstellern (u. a. BMW, Daimler, Fiat, Honda, Opel und VW), 16 Zulieferern (u. a. Bosch, Continental, NEC und Vector) sowie 30 Forschungseinrichtungen und Universitäten. Ziel ist es, eine einheitliche Vernetzungs-Technologie zu entwickeln und einzuführen. Zudem wird bei den europäischen Standardisierungsorganisationen ETSI und CEN die Standardisierung dieser Technologie vorangetrieben, die den Namen »ITS G5« (»Intelligente Transport-Systeme und Services«) trägt und WLAN-basiert ist.


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Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.7 (3 Bewertungen)
Autor/in: Andreas Kötter

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