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Holzvergaser

Comeback des Holzvergasers

Im August war der Atomausstieg beschlossene Sache. 2022 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Bis dahin müssen Alternativen her. Holzvergaser könnten eine gute Ergänzung zu anderen erneuerbaren Energien darstellen.

Traditionsreicher Rohstoff: Holz erlebt ein Comeback auf dem Energie-Markt
Gabriela Mehl / pixelio.de

Älteren Menschen werden sie noch gut in Erinnerung haben: die Holzvergaser. Der VW-Kübelwagen aus dem Zweiten Weltkrieg zählt zu den bekanntesten Vertretern. Die Geschichte des Holzvergasers beginnt schon Anfang des 19. Jahrhunderts. Vor allem in Krisenzeiten erlebten die „Holzkocher“ einen Boom. Wegen des Erdölmangels nutzen viele Menschen Holz als alternativen Treibstoff.

Nun, 100 Jahre später, wird dem organischen Stoff wieder besondere Aufmerksamkeit zuteil. Nachdem am 6. August 2011 der Atomausstieg offiziell besiegelt wurde, steht eine Energiewende bevor. Welche Art Strom aus den Steckdosen fließen soll, ist indes nicht klar. Solar-, Wind-, Wasser- oder Holz-Energie?

Neue Generation der Holzvergaser

Lisbeth Rochlitz vom Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme setzt auf Holz. Zusammen mit einem Forscherteam hat sie die Idee des Holzvergasers wieder aufgegriffen und weiterentwickelt.

Früher verbrannten die Leute das Holz direkt. Dabei entstanden viele Nebenprodukte wie Teer, die den Motor verstopften. Das entstandene Gas war meist unbrauchbar. Lösungsansätze für das Problem gab es kaum, da niemand das Prinzip genau verstand.

Rochlitz’ Holzvergaser dagegen produziert nur energiereiches und reines Gas. Ihr Energie-Erzeuger gehört zu den Festbettvergasern. Vereinfacht gesagt, kommt Holz von oben in einen Kessel. Es sinkt durch die Schwerkraft und durch die Materialzersetzung immer weiter ab. Dabei wird es einem Vergasungsmittel ausgesetzt. Im Gegensatz zu früher besteht der Holzvergaser nicht nur aus einem Kessel, sondern aus vier. So können einzelne Abläufe besser beobachtet werden.

Speicherbarer Strom aus dem Holzvergaser

Als Endprodukt entsteht ein sauberes Gas. In einem kleinen Kraftwerk kann es in Strom oder Wärme umgewandelt werden und damit einzelne Wohngebiete oder Einfamilienhäuser versorgen.

Holzstrom könnte als Lückenfüller wertvoll sein. Vor allem dann, wenn Solarstrom und Windenergie ausfallen. Vom Holzgas lassen sich Vorräte anlegen, weil es speicherbar ist. Den Kampf um die ultimative erneuerbare Energie wird die Holzvergaser-Technologie nicht gewinnen, aber eine wertvolle Ergänzung zu den bereits bekannten ist sie auf jeden Fall, hofft Lisbeth Rochlitz.


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Autor/in: Alexandra Leu


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