Der britische Wissenschafts-Journalist Nigel Calder war der erste, der in einem viel beachteten Buch auf den Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität (messbar durch die Anzahl der Sonnenflecken und dem Sonnenwind) sowie Klimaschwankungen (messbar beispielsweise an Baumringen) hinwies: Vermehrte Sonnenaktivität (erkennbar an vielen Sonnenflecken) bläst den Strom kosmischer Teilchen hinweg. Dadurch gibt es weniger Kondensationskeime in der irdischen Atmosfäre, damit auch weniger Wolken, was die Temperatur ansteigen lässt.
Nun fand Bruce J. West von der Duke University und dem "Army Research Office" einen neuen Zusammenhang dieser Art: Die Fluktuationen der Sonnenaktivität gehorchen einer Zufallsverteilung, die man "Levy-Verteilung" nennt. Genau dieselbe Verteilung ist im Muster der Temperaturschwankungen der Erdatmosfäre zu beobachten. Die Erdatmosfäre erbt sozusagen die Fluktuationen der Sonne.
West zieht den gleichen Schluss wie verantwortungsbewusste Forscher vor ihm: Der Mensch kann das Klima nicht beeinflussen - wohl aber den Zustand und die Bewohnbarkeit der Erde.