Quantenkorrelation zehnmillionenmal schneller als Licht
Sie schickten einen Laserstrahl in einen Kalium-Niobium-Kristall, der den Strahl in zwei korrelierte Strahlen aufspaltete, die über zwei unterschiedliche Glasfaserleitungen in zwei rund zehn Kilometer voneinander entfernte Dörfer (Bernex und Bellevue) geschickt wurden. Durch genaue Messung der korrelierten Größen "Energie" und "Zeit" konnte festgestellt werden, dass die Informationsübertragung mindestens zehnmillionenmal schneller als Licht sein muss. Einstein sprach von "spukhafter Fernwirkung" und lehnte deswegen die Erkenntnisse der Quantenphysik ab, da in seiner Theorie die Lichtgeschwindigkeit eine obere Grenze darstellt.
Eine raffinierte Variante des Experiments - die Detektoren drehten sich mit 10.000 Umdrehungen pro Minute und erzeugten dadurch relativistische Effekte - sollten zudem Aussagen über die von der speziellen Relativitätstheorie geforderte Zeitdehnung erbringen. Weil sich ein Strahl durch die Rotation wesentlich schneller bewegt als der andere, müsste er für den anderen früher ankommen und damit jünger erscheinen. Wegen der Einsteinschen Relativität müsste aber auch der andere Strahl dem einen jünger erscheinen, ein Phänomen, das unter dem Namen "Zwillingsparadoxon" bisher viele Deutungen und Lösungen fand (die einander zum Teil widersprechen). Wie auch immer: Durch eine Zeitdehnung müsste die Quantenkorrelation auf jeden Fall zerstört werden, was bei Zusammenführen der Laserstrahlen eindeutig sichtbar wird.
Das Rotationsexperiment erbrachte das unerwartete Resultat: Die Strahlen blieben korreliert, eine Zeitdehnung fand nicht statt. Dieser Versuch ist die bisher eindeutigste Widerlegung der Relativitätstheorie.