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Über den Teppich gezogen

Psycho-Marketing verfolgt den Kunden auf Schritt und Tritt. Musik, wohlriechende Düfte und die geschickte Anordnung der Produkte gehören dazu. Die menschliche Vernunft kapituliert angesichts dieser Tricks. Der Widerstand gegen das Geldausgeben ist zwecklos. Jetzt wurde von US-amerikanischen Forschern eine neue Methode der Verkaufsprofis zur unterschwelligen Beeinflussung entdeckt: der Teppich.

Joan Meyers-Levy von der University of Minnesota ist dahinter gekommen, dass man sich auf Teppichen wohler fühlt als auf härteren Böden (Foto: flickr-Sanctu). Das Wohlbefinden steigt – und das überträgt sich auf die Kaufentscheidung. Die Marketing-Expertin ließ Probanden auf den typischen Bodenbelägen stehen, die in US-Verkaufshäusern ausgebreitet sind: weichen Teppichen und PVC-Fliesen. Sie kam zum Ergebnis, dass Teppiche eine sehr angenehme Atmosphäre schaffen. "Wir fragten uns weiter: Würde diese körperliche Empfindung, die vom Bodenbelag ausgeht, sich auch auf die Beurteilung von Produkten übertragen?", berichtet Meyers-Levy.

Die Ergebnisse ihrer Untersuchung zeigten: Waren die zu bewertenden Produkte in mäßiger Entfernung von den Versuchspersonen ausgestellt, übertrug sich das Körpergefühl tatsächlich auf die Einschätzung der Produkte. Standen die Kunden auf einem Teppich, wirkten die Waren deutlich „sympathischer“, als wenn die Käufer sich auf PVC befanden. War das begutachtete Produkt allerdings sehr nah am Probanden, wurde es "unsympathischer", berichtet das Team der Marketingforscherin im "Journal of Consumer Research".

Bei großer Nähe wechseln gewissermaßen die Beurteilungsstandards. Das angenehme Körpergefühl überträgt sich nicht mehr auf die Ware. Ihr Umfeld, die Düfte und die Musik, hat keinen Einfluss mehr auf den Interessenten.



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