Stoßen wir uns bald an Häuserecken, die wir nicht sehen können? Mit Hilfe so genannter Metamaterialen haben Forscher in den USA einen großen Durchbruch erzielt. Physiker des Boston College schafften in einer Simulation, Licht um eine Ecke zu lenken und zu zerstreuen. Dadurch wird das Haus unsichtbar. Die Lichtwellen entziehen sich der Netzhaut und optischen Geräten.
Die Wissenschaftler nutzen dafür Metamaterialien (Foto: Wikimedia Commons). Diese Stoffe haben Eigenschaften, die es in der Natur so nicht gibt. Sie besitzen einen negativen Brechungsindex und können das Licht um- und wegleiten. Die Dichte des Stoffs muss kleiner sein als die elektromagnetischen Wellen, die auf das Objekt treffen. Elektromagnetische Wellen sind unter anderem Röntgenstrahlen, Radiowellen, aber auch das sichtbare Licht. Zur Produktion dieser Materialien sind komplizierte Algorithmen erforderlich. Für ihren Bau wird größtenteils Silizium verwendet, weil es keinen Strom leitet.
Diese Kombination aus einer speziellen Geometrie und Baustoff hat der Tarnkappenforschung neue Impulse gegeben. Das Licht lässt sich noch genauer ablenken als in bereits erfolgten Unsichtbarkeits-Experimenten. So exakt, dass das Team um Assistenzprofessor Willie J. Padilla in einer weiteren Simulation die Küstenlinie der amerikanischen Ostküste zum Verschwinden brachte.
Die Ergebnisse der Simulation müssen sich jetzt auch in der Realität unter Beweis stellen. Dafür müssen die Metamaterialien weiter verfeinert werden, was erheblicher forscherischer Anstrengungen bedarf. Auf den Tarnmantel werden wir uns noch ein paar Jahre gedulden müssen.