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Rettung aus der Lawine – per Handy

Mit fallenden Temperaturen steigt die Lust auf Wintersport. Gerade abseits der Pisten üben unberührte Abfahrten und steile Hänge besonderen Reiz aus. In jeder Wintersaison wird Sportlern der Ritt durch den Pulverschnee allerdings zum Verhängnis. In eine Lawine geraten, sind sie ohne fremde Hilfe verloren. Rettungsmannschaften bleibt dann eine halbe Stunde, bevor die Verunglückten in den Schneemassen ersticken. Tragen die Sportler einen so genannten Lawinenpiepser bei sich, teilt dieser der Bergwacht über das Satellitensystem GPS mit, wo das Opfer liegt.

Aber in der rauen Bergwelt hat das System gravierende Schwächen. Nur wenige Amateursportler tragen den Sender bei sich, wenn sie "nur mal eben" für einen schnellen Ausflug die Skier anschnallen – aber viel häufiger: Die Übertragung per GPS ist wetterempfindlich und kann durch hohe Berge erheblich gestört werden. Darum haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Materialforschung und Logistik gemeinsam mit der proTime GmbH ein neues System entwickelt, das diese Probleme umgehen soll.

Anstelle des Piepsers soll das Mobiltelefon aufgespürt werden, das heute fast jeder Mensch bei sich hat. Für die Übertragung der Daten und die erste grobe Ortung setzen die Entwickler auf das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo. Es ist bis zu viermal genauer als das GPS. Am Unglücksort messen die Rettungskräfte die Handystrahlung an mehreren Punkten und können so die Position und Tiefe des Opfers im Schneebrett auf wenige Zentimeter genau bestimmen (Foto: Bergrettung.at, Gerald Lehner).

Momentan arbeiten die Erfinder des "Avalanche Rescue Navigator"-Systems (ARN) daran, Handys zur Aussendung von Notrufsignalen zu bewegen. Das Telefon hält immer Kontakt zu den Galileo-Satelliten, so dass dadurch Informationen für die Grobortung zu Verfügung stehen. Für die Feinsuche aber ist es nötig, dass das Handy Notrufsignale aussendet, die von den Geräten der Bergwacht erfasst werden können. Das Handy muss also dazu animiert werden, um Hilfe zu rufen. Daran arbeiten die Erfinder des "Avalanche Rescue Navigator"-Systems (ARN) zur Zeit.

Bis Galileo 2010 seine Arbeit aufnimmt, wird das Unfall-Szenario in der "Galileo Test- und Entwicklungsumgebung" in Berchtesgaden getestet. Sollte das System in wenigen Jahren reibungslos funktionieren, kann es auch für andere Kastastropheneinsätze genutzt werden. Beispielsweise könnten damit Verschüttete eines Erdbebens oder Opfer eines Terroranschlags schneller unter den Trümmern gefunden werden – falls das Handy noch funktioniert.
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Hyperlinks zu diesem Thema:

Galileo SAR Lawine
Fraunhofer-Institut Materialfluss und Logistik
Wettbewerb für innovative Anwendung von Satellitentechnik




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