erweiterte Suche
Prämien-Übersicht
P.M. Magazin
P.M. HISTORY
P.M. Fragen & Antworten
P.M. Perspektive
P.M. Biografie
P.M. Logik-Trainer
P.M. Logicals
P.M. Intelligenz-Trainer
P.M. Kreativ-Trainer
P.M. Sudoku
Minikrebse prüfen unser Trinkwasser

Frisch sprudelt das Wasser aus dem Hahn. Was in Deutschland als Selbstverständlichkeit gilt, ist nur durch ein dichtes Netz an Kontrollen möglich. Täglich entnehmen Stadtwerke in ganz Deutschland Tausende Proben aus Quellen und Wasserleitungen. Diese werden im Labor auf Keimbelastungen und Schwermetalle untersucht.

Die Zahl der Verunreinigungen ist weitaus größer als die Tests, die zu Verfügung stehen. Darum wird eine Probe nur auf bestimmte Keime untersucht. Ist der Befund positiv, werden weitere Untersuchungen angestellt. Mit solchen Labor-Analysen kann man aber nur finden, wonach man sucht. Unbekannte Keime und Giftstoffe bleiben unerkannt.

Zudem benötigt das Verfahren Zeit. Mindestens 30 Stunden vergehen zwischen Probennahme und dem Resultat. In dieser Zeit können sich Verunreinigungen schon weit verbreitet haben. Bis eine ausführliche Analyse erfolgt ist, vergehen bis zu drei Tage. Zeit, die man im Ernstfall nicht hat. In einem solchen Fall muss schnellstmöglich gehandelt werden.

Um die Sicherheit und Qualität weiter zu verbessern, haben sich Forschungseinrichtungen und Firmen zum Projekt Aquabiotox zusammen geschlossen. Wissenschaftler zweier Fraunhofer Institute entwickeln ein Mini-Labor, das direkt ins örtliche Leitungsnetz eingebaut werden soll. Dafür kooperieren sie mit den Berliner Stadtbetrieben. Die stellen dafür ein stillgelegtes Leitungsnetz für praktische Tests zu Verfügung.

Das Besondere an den neuen Tests: Sie messen die Wassergüte mit lebenden Mikroorganismen und Zellkulturen. Die Forscher beobachten, wie sich Minikrebse, Bakterien und menschliche Zellen in Kontakt mit dem Leitungswasser verhalten. Die Organismen und Zellen dienen als Biosensoren für Gefahr- und Giftstoffe.

Dafür werden die Organismen in eine Metallkammer gesteckt. An verschiedenen Stellen im Leitungsnetz sind solche Testbatterien untergebracht. Aus dem Hauptstrom der Leitung fließt Wasser in sie hinein. Eine Kamera beobachtet die Reaktion der Wesen. Auf toxische Stoffe im Wasser reagieren die Biosensoren. Die Minikrebse beispielsweise schwimmen entweder langsamer oder sterben. Anders die Bakterien: Sie wurden so manipuliert, dass sie bei Stress ihre Farbe verändern.

Die Videodaten werden an Ort und Stelle von einem Computer auf Auffälligkeiten untersucht. Bei Gefahr schickt das System umgehend einen Alarmruf an die Zentrale.

Foto: Bernd Sterzl, Pixelio




Sie haben noch eine Frage zum Thema? Jetzt bei P.M. BesserWissen stellen.
Hyperlinks zu diesem Thema:

Projektseite Aquabiotox




Weitere Wissensnews:
Die Jet-Fortpflanzung
Fitness-Check für Fische
Roboter lernen von Dreibeinern
Zauberformel für 100 x mehr Reis
Pflastersteine zum Aufatmen
Fiebermessen bei Ausgestorbenen
Algen retten die Welt
Ein neues Hawaii – aus Plastik
Krankes Herz kuriert sich selbst
Staubkorngroße Computer
Auf Knopfdruck Regen
Luft-Kleidchen als Klima-Engel
Der Krieg – Vater der Team-Arbeit
Sechs Monate lang atemlos
Zauberflöte für Mikroben
Dr. neutron Faustus
Kuhmist macht schlau
Roboterchens Mondfahrt
Bei ROT: Vorsicht, Erdrutsch!
Glotze für Kühe
Kommentare:
Kommentar hinzufügen





Wie funktioniert Sightjogging?
Was ist das »Weltrechtsprinzip«?
Konnten Kanonenkugeln explodieren?
Wann ist Sex wirklich Sex?
Was kostet ein Theatervorhang?
P.M.-Workshop: Wissen erleben und Hybrid erfahren
Jaguar XJ: Von der Modernität getrieben, den Markenwerten verpflichtet
Smarte Trips: So funktioniert das Ausleihen (Neue Mobilität III)
Mobilität á la carte: Die Lust, ein Auto fahren ohne es besitzen zu müssen (Teil I)
Peugeot offeriert in Berlin Mobilität „Mü“: Fahren mit Punkten (Teil II)