Britischen Forschern ist es gelungen, das Gedächtnis einer Fliege zu manipulieren. Durch einen gezielten Laserstrahl riefen sie falsche Erinnerungen hervor Das Gehirn des Insekts war um eine nie gemachte Erfahrung reicher.
In vorausgehenden Versuchen hatten die Wissenschaftler das Lernverhalten der Taufliege untersucht. Durch kleine elektrische Schocks trainierten sie den Tieren an, einen bestimmten Duft als unangenehm zu empfinden. Es gelang ihnen, auf diese Weise die Regionen auszumachen, in denen Erinnerungen erzeugt und gespeichert werden. Aus einer Menge von über 1000 Nervenzellen sortierten die Forscher zwölf heraus, die für die Bildung von Geruchserinnerungen verantwortlich sind.
Diese Zellen strahlten die Wissenschaftler aus Oxford mit einem Laser an (Foto: Miesenböck). Der Lichtschock löste in den Erinnerungszellen die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin aus. Beim Menschen als Glückshormon bekannt, löst es bei der Fliege offensichtlich Abneigung aus. Fortan mied die Taufliege den Duft, der bei der Bestrahlung im Raum hing.
Mit seinen Versuchen will der Oxford-Forscher Gero Miesenböck herausfinden, wie aus einfachen physikalischen Vorgängen komplexes Wissen entsteht. Seine Erkenntnisse könnten sehr nützlich für die Neuromedizin sein. Diese war bisher hauptsächlich auf das Messen von Hirnaktivitäten beschränkt. Die Ergebnisse werden dann Empfindungen, Aktivitäten oder Erkenntnissen zugeordnet. Nun könnten Neurologen bestimmte Bereiche im Gehirn der Patienten gezielt ansteuern und die gewünschten Reaktionen selbst erzeugen.