Der Traum von einer zweiten Erde – er treibt nicht nur Sciencefiction-Autoren um. Astrophysiker suchen schon seit Langem einen erdähnlichen Planeten, auf dem Leben möglich sein könnte. Genfer "Himmelsgucker" haben nun auf einen Schlag 32 so genannte Exoplaneten erspäht.
Extrasolare Planeten, so der ungekürzte Terminus, sind Trabanten außerhalb unseres Sonnensystems mit Bedingungen ähnlich wie auf der Erde. 400 solcher Himmelskörper sind bisher bekannt. Die meisten, darunter auch die 32 neuen, machte das HARPS-Teleskop in Chile ausfindig. Es liegt auf 2800 Höhenmetern und liefert die perfekte, unverschleierte Sicht ins All. Das Bild (ESO) zeigt eine künstlerische Nachbildung von einem der Neuentdeckungen. Der Planet hat die sechsfache Masse der Erde und umrundet sein Zentralgestirn in einem Zwanzigstel des Abstandes der Erde von der Sonne.
Das Problem bei der Suche: Exoplaneten kreisen um Sonnen, die um ein Vielfaches heller sind. Sie lassen sich daher nur indirekt nachweisen. Die Wissenschaftler vertrauen bei der Suche daher auf die Radialgeschwindigkeits-Messung. Umrundet ein Planet eine Sonne, erzeugt er bestimmte Kräfte. Diese lassen die Sonne minimal schlingern. Dabei verändert sich das Licht, das die Beobachter auf der Erde sehen. Das heißt auch Doppler-Effekt und lässt sich messen. Durch Berechnungen erkennen die Astronomen, wie groß und wie weit von der Sonne entfernt ein solcher Himmelskörper ist. Daraus schließen sie, ob dieser ein erdähnlicher Planet ist und ob dort Leben möglich ist.
Bisher fanden die Forscher jedoch noch keine zweite Erde. Zwar gebe es Planeten, die in etwa die gleiche Masse haben oder sogar aus Gestein bestehen, doch sind diese meist zu nah oder zu weit entfernt von der Sonne. Sie sind entweder zu heiß oder zu kalt und gestatten kein Leben.
Ganz anders ist das Objekt CoroT-7b. Den Signalen und Berechnungen zufolge müsste er aus Fels bestehen. Allerdings rotiert der Körper nicht wie die Erde um die Sonne. Er dreht sich wie der Mond um die Erde und wechselt die Seiten nicht. Daher befindet sich auf der sonnenzugewandten Seite wahrscheinlich ein Meer aus kochendem Magma. Auf der anderen sind Temperaturen von minus 200 Grad Celsius möglich – insgesamt wenig lebensfreundlich.
Doch die Messverfahren werden von Jahr zu Jahr verfeinert. Das lässt die Astronomie hoffen, schon bald auf einen erdähnlichen Planeten zu stoßen.