Sie sehen aus wie von einem anderen Stern. Blitzende Bogenstücke aus Stahlblech sind in ungewöhnlichen Formen zusammen gesteckt. Einen besonders wohnlichen Eindruck machen sie nicht. Dafür sind sie äußerst praktisch.
Michael Jantzen ist ein Visionär und Querdenker. Der Kalifornier gilt als Pionier auf dem Gebiet der dynamischen Architektur. Er setzt auf moderne Technologien und ökologisch-alternative Bauweisen. Kürzlich stellte der Baukünstler seine neuen "Homestead Houses" vor.
Die Häuser bestehen aus mehreren Modulen, baukastenförmig miteinander kombinierbar. Als Material verwendet Jantzen recyceltes Stahlblech. Die dünnen Platten sind außerordentlich belastbar und verursachen wenig Kosten. Die Montage ist leicht. Selbst ungeschickte Handwerker und begabte Laien sind dazu in der Lage.
Sie müssen die einzelnen Stahl-Bögen lediglich miteinander verschrauben. Kein zusätzliches Material ist von Nöten, keine Streben oder Stützpfeiler, nichts – das dünne Stahlblech reicht vollkommen. Ein biologischer Dämmstoff aus zerkleinerten Zeitungen sorgt für die Isolierung.
Jantzens visionäre Eigenheime haben viele Vorteile. Sie kosten wenig und sind einfach und schnell aufzustellen. Da die Demontage genauso simpel ist, kann der Besitzer jederzeit mit seinem Haus in eine andere Gegend umziehen.
Die einzelnen Module verhelfen zu großer Flexibilität. Sie sind vielfältig einsetzbar und können immer wieder neu und anders miteinander verschraubt werden. Sogar die Größe des Gesamthauses ist variabel. Je nach Bedarf kann der Eigentümer einzelne Module hinzufügen oder entfernen.
Doch Jantzen hat nicht nur die günstigen Kosten und die Schnellbauweise im Blick, ihm ist auch die Ökologie wichtig. Seine Häuser sind unabhängig vom Stromnetz. Ihren Energiebedarf decken sie über Photovoltaik-Zellen und Windturbinen. Zusätzlich sammelt sich das Regenwasser über die Dachrinnen in einem großen Tank unter dem Haus. Es dient als Spülwasser für die Toiletten.
"Wir brauchen neue Ideen heutzutage mehr als je zuvor." Unter dieses Motto stellt der US-Amerikaner seine experimentellen Werke. Sein letzter Schrei: der Entwurf für das "Solar Winds Coffee House" (Foto). Auch hier setzt Jantzen den Schwerpunkt auf eine umweltfreundliche Bauweise. Sie ist in den energieverschwenderischen Vereinigten Staaten immer noch ein Novum. Solar- und Wind-Power sind in dem futuristischen Kaffeehaus selbstverständlich. Ein natürliches Ventilationssystem mit vielen offenen Wänden sorgt selbst in der größten Mittagshitze für angenehme Temperaturen. Auf der großen überdachten Terrasse finden die Gäste Platz.