Wer spielt nicht gerne mit ferngesteuerten Flugzeugen und Helikoptern? Für manche ist es ein Milliardengeschäft, etwa für das bayerische Luftfahrtunternehmen EADS. Es hat das größte unbemannte Flugzeug getestet, das je in Europa gebaut wurde.
EADS zählt weltweit zu den Marktführern in der Luft- und Raumfahrt. Auch Airbus (der führende Hersteller von Zivilflugzeugen), Eurocopter (das weltweit größte Hubschrauber-Unternehmen) und Astrium (die europäische Nummer eins in der Raumfahrt) gehören zum Unternehmen. Nun entwickelten Konstrukteure das Fluggerät "Barracuda". Es ist mehr als acht Meter lang und besitzt eine Flügelspannweite von über sieben Metern.
Vor kurzem meisterte Barracuda vier Testflüge. In Kanada konnten die Konstrukteure neue Technologien für unbemannte Aufklärungs- und Überwachungsflugzeuge testen. Barracuda selbst soll jedoch nicht in Serienproduktion gehen, sondern dient nur als Entwicklungswerkzeug. Vor allem der bereits geplante, wesentlich größere "Talarion" wird von den Tests profitieren. Dieser soll eine Flügelspannweite von 27,9 Metern aufweisen und 2013 zu seinem Jungfernflug abheben. Bereits zwei Jahre später könnte er in Serie gehen.
Erstmals startete ein Barracuda vor fast vier Jahren. Seitdem gab es eine beständige Weiterentwicklung. Die Ausstattung des Flugzeugs variiert nach Bedarf: Allwettersensoren, Radar, Infrarotdetektoren – alles ist möglich. Mit zunehmender Größe lassen sich auf Flughöhen und Flugdistanzen erhöhen.
Die beiden deutschen Modelle Barracuda und Talarion haben starke internationale Konkurrenz. Der US-Konzern Northrop Grumman will noch in diesem Jahr ein unbemanntes Kampfflugzeug für die US Navy auf Jungfernflug schicken. Auch die Israelis mischen mit. Ihre Luftwaffe hat bereits das Model "Heron TP" mit 26 Metern Flügelspannweite getestet. Demgegenüber haben die Europäer noch Nachholbedarf.