Wenn Kinder mit dem Fuß auf den Boden stampfen, dann meist aus Wut und Trotz. Elefanten kommunizieren ähnlich, fand Caitlin O'Connell-Rodwell heraus, Wissenschaftlerin am "Stanford Center for Conservation Biology".
Bisher war bekannt, dass Elefanten eine Art tiefes, für Menschen nicht wahrnehmbares Grummeln von sich geben. Dies ist aber nicht die einzige Verständigungstechnik, fand die Biologin heraus.
Bei Beobachtungen fiel ihr auf, dass die Dickhäuter oftmals mitten im Lauf stehen bleiben und mit einem Fuß aufstapfen. Manchmal rollen sie auch mit einem Fuß, wobei nur die Zehen den Boden berühren. Dieses Verhalten erinnerte O'Connell-Rodwell an die so genannte seismologische Kommunikation bei einigen Insektenarten, etwa von Käfern. Sie klopfen mit ihrem Hinterleib auf den Boden und locken paarungsbereite Artgenossen an.
Elefanten dagegen nutzen diese Art von Kommunikation, um mit ihren Artgenossen Nachrichten auszutauschen. Wenn das Tier aufstampft, sendet es Wellen über den Boden. Diese werden noch in 30 Kilometern Entfernung von anderen Dickhäutern wahrgenommen. Die Aufnahme der Schallwellen erfolgt über die knöchernen Fußnägel. Die Signale werden über den Körper zum Ohr weitergeleitet. Dort bringen sie, wie ein akustisches Signal, den Gehörknochen zum Schwingen. Damit diese Laute ungestört ankommen, verriegelt der Elefant sein Innenohr.
Weitere anatomische Eigenarten unterstützen diese Kommunikation. So sitzen im Fuß und Rüssel viele so genannte Vater-Pacini-Körperchen. Diese sind kleine Zellen in der Unterhaut, die Vibrationen erfassen. Die aufgenommenen Signale werden direkt an das Gehirn geleitet. Die großen, flachen Sohlen der Elefanten könnten eine Aufnahme der Wellen ebenfalls begünstigen, meint O'Connell-Rodwell.
Die Wissenschaftler des "Stanford Center for Conservation Biology" wollen nun herausfinden, wie weit der Elefant tatsächlich Informationen austauschen kann. Eine weitere interessante Frage ist, ob mit Hilfe dieser „Klopfsignale“ auch einzelne Individuen einander erkennen können.
Aber schon jetzt ist deutlich, dass das Hörvermögen von Elefanten noch viel weiter reicht. Bei Beobachtungen in Afrika zeigte sich, dass Elefanten ein mehr als 100 Kilometer entferntes Gewitter wahrnahmen und ihm folgten.
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