Messenger hat 350 Millionen gekostet, Cassini 2,3 Milliarden und Gallileo sogar 3,7 Milliarden. Nein, keine vietnamesischen Dong, sondern Euro. Nur eine Raumsonde war billiger: Für läppische 150 US-Dollar flog sie ins All.
Zwei Studenten vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist es gelungen, eine Sonde selbst zu basteln und mit ihr die Erde zu fotografieren. Das Material stammte aus einem gewöhnlichen Baumarkt, auch die eingesetzte Elektronik war nichts Besonderes.
Justin Lee und Oliver Yeh hatten mehrere Schwierigkeiten zu überwinden: Das Raumfahrzeug musste zuallererst in eine ausreichende Höhe vorstoßen. Dort sollte es den extrem niedrigen Temperaturen widerstehen. Den Weg zurück zur Erdoberfläche musste es ebenfalls unbeschadet überstehen. Wie gelang das?
Als erstes lösten die beiden Jungforscher das Antriebsproblem. Sie benutzten einen heliumgefüllten Wetterballon. Er kostet nur 50 Dollar und erreicht 32 Kilometer Höhe. Jedenfalls wenn seine Ladung leicht genug ist.
Zweite Herausforderung: die Temperatur. In diesen Höhen kann es bis zu minus 55 Grad Celsius kalt werden. Bei solch eisigen Bedingungen versagen Batterien und Elektronik. Die Konstrukteure besorgten sich handelsübliches Styropor. Mit ihm ummantelten sie ihre Kamera und das Handy. Taschenwärmer erhitzten die Geräte zusätzlich.
Das Handy war GPS-fähig und hielt die beiden Kreativköpfe über die aktuelle Position ihrer Weltraumsonde auf dem Laufenden. Auf diese Weise konnten sie den Landeplatz ausfindig machen, nachdem die Kamera an einem kleinen Fallschirm zur Erde zurückgeschwebt war.
Das Konzept war gut durchdacht. Der Ausflug in die Stratosphäre gelang. Wie geplant schoss die Kamera Fotos. Fünf Stunden war die Raumsonde unterwegs, dann spürten die Studenten sie 30 Kilometer vom Startplatz entfernt wieder auf.
Die beiden waren begeistert: "Wir haben uns die Fotos angesehen und dachten: Wow, sind die schön – das ist Kunst!"