Unsere Urahnen plagten sich auf dem Acker. Schon der Pflug war eine herausragende Neuerung – von Traktoren und Erntemaschinen ganz zu schweigen! Jetzt soll es noch einfacher werden: Intelligente Roboter übernehmen die Ernte.
Ein kritisches Element bei diesen Agrarautomaten ist die Bilderkennungstechnik. Damit wird die zu erntende Feldfrucht identifiziert. Forscher des britischen National Physical Laboratory (NPL) haben jetzt ein neues Verfahren entwickelt, das auf Mikrowellen basiert. Mit ihrer Hilfe können Roboter die Feldfrüchte durch das Blattwerk hindurch sehen. Die Mikrowellen erkennen das Gemüse zuverlässig und sorgen für eine hocheffiziente Ernte (Foto: pixelio, Dieter Schütz).
Die britischen Wissenschaftler testeten bereits einen Prototypen. Er vermochte Blumenkohlköpfe sicher zu identifizieren. Doch auch für Kopfsalate könnten bereits demnächst Jahr fertige Erntesysteme auf den Markt kommen. Langfristig dürften weitere Obst- und Gemüsesorten hinzukommen. Sogar bei der Ernte von Erdbeeren könnten die Roboter zum Einsatz kommen.
Das NPL prüfte mehrere unterschiedliche Verfahren und verschiedene Technologien, darunter Infrarot und Terahertzstrahlung. Viele Techniken sind jedoch empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen wie Regen. Deshalb entschieden sich die Briten für ein Mikrowellen-System. Das ist kosteneffektiv und in der Anwendung sicher.
NPL liefert die Bildtechnik, der Erntemaschinenhersteller Vegetable Harvesting Systems das Gerät und die Pflücktechnik. Von dem Teamwork sollen sowohl Verbraucher als auch Landwirte profitieren. Die Kunden dürfen sich über billigere Lebensmittel freuen, während die Bauern weniger Verluste in Kauf nehmen müssen. Da die Wanderarbeiter seit Jahren weniger werden, lassen sich die Ernten nicht mehr zur besten Zeit einbringen. Das soll sich mit den Ernterobotern ändern.