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David gegen Urzeit-Goliath

Das Bild vom perfekten Raubtier bröckelt. Kürzlich fanden Forscher heraus, dass der Tyrannosaurus rex gar nicht so furchtlos war, wie viele Forscher jahrelang vermutet hatten. Jetzt die nächste Überraschung: Wissenschaftler der Universität Wisconsin-Madison (USA) entdeckten, dass der T-rex kleinen Parasiten zum Opfer fiel. Die gleichen Krankheitserreger sorgen heute wieder als Auslöser der Vogelgrippe für Aufsehen.

Die so genannte "Kropfseuche", hervorgerufen vom Bakterium "Trichomonas gallinae", verursacht Löcher und Schwellungen im hinteren Teil des Unterkiefers der befallenen Tiere. Auch beim großen T-rex, wie man nun herausfand.

Die Forscher um den Veterinärmediziner und Paläontologen Ewan Wolff untersuchten 61 Schädel von Tyrannosauriern und fanden bei 15 Prozent eigenartige, tiefe Löcher im Unterkiefer (Foto). Sie waren zwar schon früher entdeckt worden, doch die Forscher führten sie zurück auf Verletzungen bei Kämpfen mit Artgenossen oder Folgen von Bakterieninfektionen. Die Löcher, ihre Form und Verteilung erinnerten Wolff an die Symptome der von der Vogelgrippe befallenen Vögel.

"Da die Vögel von den Dinosauriern abstammen, ist es wahrscheinlich, dass auch die Riesenechsen schon an Vogelseuche litten", so Wolff im Wissenschaftsmagazin "PLoS ONE"

Heutzutage sind meist Tauben und Hühner an dem Parasiten erkrankt. Doch das Immunsystem dieser Vögel verhindert ein Durchbrechen der Krankheit. Das macht sie gefährlich für ihre gefiederten Feinde. Fressen diese mit den Parasiten befallene Vögel, können die Einzeller auf die Raubvögel tödlich wirken.

Doch auch andere Vögel, die ein weniger an den Parasiten angepasstes Immunsystem haben, sterben an den Folgen des Befalls. Zu sehen war dies in diesem Jahr. Grünfinken und andere Singvögel verendeten aufgrund der Infektion durch "Trichomonas gallinae".

Interessant ist, dass nur die Kiefer des Tyrannosaurus rex und seiner Verwandten Löcher aufweisen, nicht jedoch die der Beutetiere. Die Saurier waren oft in Kämpfe mit Artgenossen verwickelt. Hierbei kam es oft zu Bissverletzungen am Kopf, die zur Verbreitung der Parasiten geführt haben könnten. Der unter den Urzeitriesen verbreitete Kannibalismus war eventuell eine weitere Quelle der Infektion.

T-rex dürfte, sobald er infiziert war, langsam verhungert sein. Die Entzündungen, Schwellungen und die Löcher im Kiefer machten ihm das Fressen unmöglich.

"Uns war es nicht wichtig, erneut die Verwandtschaft der Vögel mit den Sauriern zu beweisen. Viel wichtiger war die Erkenntnis, dass sich die Immunsysteme beider Tiere gleichen. Daher können wir nun an den Vögeln das Immunsystem der Dinosaurier erforschen", freut sich Wolff.



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Hyperlinks zu diesem Thema:

Forschungsbericht der University of Wisconsin-Madison
T-rex mit Hasenherz
Grünfinkensterben in Deutschland 2009 an Trichomonas gallinae




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