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Ionenpumpe ersetzt Tabletten

Die Diagnose ist belastend –Epilepsie. Bei der Krankheit sind, wie bei Parkinson oder hörgeschädigten Menschen, die Wege der Signalübertragung gestört. Die Patienten müssen Medikamente schlucken oder Implantate tragen. Doch damit soll bald Schluss sein. Schwedische Forscher am Karolinska Institut und der Universität Linköping gelangen erste Erfolge mit künstlichen Nervenzellen.

Das Problem bei den Erkrankungen ist, dass oftmals so genannte Neurotransmitter nicht freigesetzt werden. Diese sind aber wichtig, um akustische und visuelle Signale richtig zum Gehirn weiterzuleiten. Zurzeit werden bei den Betroffenen noch Medikamente eingesetzt, die diese Botschafter freisetzten. Hierbei kommt es oft zu Nebenwirkungen, da der Stoff über die Tablette eingenommen wird. Das Medikament gelangt zuerst in den Magen und von dort aus in die Körperbereiche, wo es benötigt wird. Auf dem Weg dorthin kann es zu Vergiftungen kommen. Solche Risiken versuchen die Wissenschaftler aus Schweden zu umgehen.

Sie setzten nicht auf Chemikalien, sondern auf Technik. Die geschädigten Nervenzellen werden durch künstliche ergänzt. Sie bestehen aus Ionenpumpen. Das klingt zuerst einmal sehr technisch. Fakt ist jedoch, dass jeder Mensch in seinen Nervenzellen eine solche Pumpe besitzt. Dies sind Enzyme, die eine Weiterleitung von Elektronen in den Nervenzellen möglich machen. Nur so kommt es zur Ausschüttung der benötigten Neurotransmitter.

Im Jahr 2000 wurde die erste künstliche Ionenpumpe erzeugt. Sie besteht aus einem Kunststoff, der elektrische Impulse leitet. Die Wissenschaftler benutzen nun dieses körperähnliche System und versetzen es mit Neurotransmittern. Die ersten Tests waren erfolgreich: In Meerschweinchen wurden die wichtigen „Körperbotschafter“ bereits künstlich ausgeschüttet (Foto: Wikimedia Commons). Daraufhin erfolgte eine geregelte Signalübertragung.

Die Wissenschaftler wollen die Technik weiter verfeinern. Bis jetzt sind die Geräte noch mehrere Zentimeter groß. Um im Körper eingesetzt zu werden, muss es deutlich kleiner werden. Dann könnten die künstlichen Nervenzellen Hörimplantate im Ohr verstärken oder sogar ersetzen. Denkbar wäre auch bei Epilepsiepatienten ein Implantat, das die visuellen Signale richtig weiter gibt.


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