US-amerikanische Forscher haben im Kampf gegen den Klimawandel ein neues Konzept entwickelt. In der Zeitschrift "Climatic Change" beschrieben sie ihren Vorschlag. Er hört sich verrückt an: Sie wollen die staubtrockene Sahara bepflanzen (Foto: Wikimedia Commons).
Nach ihren Berechnungen lassen sich durch die Bewaldung von Wüstengebieten acht Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr der Atmosphäre entziehen. Die Lufttemperatur in der jeweiligen Region könnte zusätzlich um bis zu acht Grad Celsius sinken. Zugleich würden Wolken entstehen – mit zwei positiven Auswirkungen: Sie reflektieren Sonnenlicht zurück ins All und funktionieren wie eine Jalousie; des weiteren bringen sie jährlich bis zu 1200 Millimeter Niederschlag.
Wie könnte der ehrgeizige Plan funktionieren? Die Wissenschaftler rund um den Zellbiologen Leonhard Ornstein, Mount Sinai School of Medicine, raten zum Anpflanzen von Eukalyptus in der Wüste. Er ist hitzetolerant und wächst schnell. Die Bewässerung erfolgt mit entsalzenem Meerwasser. Dieses kommt über Pumpen und Rohre direkt an die Wurzeln der neu gepflanzten Bäume, was Wasserverluste durch Verdunsten und Versickern minimiert.
Umsetzen möchte das Projekt bisher allerdings noch niemand. Die Nebenwirkungen sind zu gefährlich. Die Befeuchtung des Erdbodens könnte verhindern, dass eisenreicher Sahara-Staub in den Atlantik geblasen wird. Dort bildet er eine wichtige Nahrungsquelle für Meeresorganismen. Sie würde jedoch ausbleiben – mit unabsehbaren Folgen. Außerdem würde die Population von Heuschrecken aller Wahrscheinlichkeit nach rasch zunehmen. Die Insekten könnten sich zu einer ernsthaften Plage entwickeln.
Ein weiteres Fragezeichen sind die hohen Kosten. Meerwasser lässt sich zwar entsalzen, bisher jedoch zu einem gigantisch hohen Preis. Die Autoren der Studien schätzen die Gesamtkosten auf zwei Billionen Dollar. Der finanzielle Einsatz wäre höher als der Gewinn, den die Reduktion des Kohlendioxids durch die Bäume einbrächte.
Das Projekt ist kühn, aber auch undurchführbar? Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung weist darauf hin, dass die Sahara bis vor 6000 Jahren grün war. Die Sahara sei eventuell ein bistabiles System, das in beiden Zuständen existieren kann.