Vor mehr als hundert Jahren wurde der Hamburger erfunden: In einem Siegeszug ohnegleichen hat er sich rund um die Welt verbreitet und gilt heute als eines der beliebtesten Gerichte (Bild: H.Kroh/pixelio). Das ursprüngliche Rezept wird laufend variiert. In Saudi-Arabien und Australien wird der Fleischklops jetzt als Combo aus altorientalischer Tradition und Moderne serviert. Der Kamel-Burger ist ein Renner.
Kamele sind das Haustier der Nomaden in Saudi-Arabien. Sie dienen als Last- und Reittiere, Rohstofflieferanten und Nahrungsquelle. Ihr Fleisch gehackt zwischen zwei Brötchenhälften zu legen ist aber eine neue Idee. Damit sollen besonders westlich orientierte, junge Saudis angesprochen werden. Gesund ist Kamelfleisch allemal: Im Vergleich zum Rind hat es weniger Cholesterin und nur 1,9 Gramm Fett pro 100 Gramm Fleisch. Damit die Burger auch zart und leicht werden, kommt nur das Fleisch von Jungtieren in den Fleischwolf.
Auch in Australien setzt sich der Kamel-Burger immer mehr durch. In manchen Gegenden wird hier bereits seit 50 Jahren Kamelfleisch verspeist. Neben der Verarbeitung zu Hackfleisch ist es auch als Würstchen oder Grillfleisch erhältlich. Kamele sind auf dem Kontinent quasi zur neuen Hasenplage geworden, weshalb dem Verzehr auch eine ökologische Rolle zukommt.
Ursprünglich wurden die Wüstenschiffe aus dem mittleren Osten importiert, um Waren durch Australiens Wüsten zu transportieren. Doch mit der Zeit geriet ihre Vermehrung außer Kontrolle. Schätzungen zufolge leben heute etwa eine Million wilde Kamele in Australien. Sie zerstören die heiligen Orte der Aborigines, fressen heimischen Tieren die Nahrung weg und verschmutzen Wasserstellen. Wenn sich der Kamel-Burger weltweit durchsetzt, könnte das auch dazu beitragen, die australische Kamelplage einzudämmen.