Forscher der Ohio University haben entdeckt, dass Urin als wertvoller Treibstoff dienen könnte. Mit einem Katalysator verwandelt sich der menschliche Abfallstoff in eine billige Wasserstoffquelle. Eine entsprechende Untersuchung wurde von der renommierten Londoner Royal Society of Chemistry im Fachmagazin Chemical Communications veröffentlicht.
Diese Entdeckung könnte dazu führen, Automobile künftig mit günstigem Wasserstoff zu versorgen. Weiterhin könnte sie zur wirksameren Reinigung von Abwässern herangezogen werden. Die derzeit eingesetzten Systeme sind teuer und wenig effizient.
Der Wasserstoff entsteht bei der Elektrolyse von Urin. Im Hauptbestandteil des Urins, dem Harnstoff-Molekül, befinden sich vier Wasserstoffatome, die weniger stark aneinander gebunden sind als Wasserstoffatome im Wasser. Eine neue nickelbasierte Elektrode und eine Spannung von 0,37 Volt reichen für die Elektrolyse aus. Bei der Elektrolyse von Wasser ist die vierfache Spannung erforderlich. Während des elektrochemischen Prozesses wird der Harnstoff auf der Oberfläche der Nickel-Elektrode absorbiert (Foto pixelio Alexandra Bucurescu).
|