Den Traum vom Fliegen hat sich die Menschheit schon längst erfüllt. Dabei ist noch nicht einmal der Traum vom Autofahren für alle wahr geworden. Menschen mit einer Sehbehinderung dürfen bislang nicht hinters Steuer. Doch dies soll sich nun ändern: Ein Forscherteam der US-Hochschule Virginia Tech, Blind Driver Challenge genannt, arbeitet an einem blindentauglichen Fahrzeug. Dazu hat es einen Dirt Buggy mit speziellen Sensoren und Technologien ausgestattet, die eigentlich für vollautomatische Fahrzeuge entwickelt wurden. Ein Laser misst die Entfernung, eine Vibrationsweste gibt Aufschluss über die Geschwindigkeit, das Lenkrad ist mit einem akustischen Feedback ausgestattet, und Druckluft ermöglicht sogar Aussagen über die Straßenverhältnisse.
Unlängst wurde das System erstmals getestet. Erfolgreich. "Das war großartig", resümiert Wes Majerus, der erste blinde Testfahrer. Vor allem mit den verbalen Anweisungen des Systems war er sehr zufrieden. Die erhaltenen Informationen beschreibt er als wesentlich präziser als von den meisten menschlichen Beifahrern.
Falls der Pkw jemals in Serienproduktion gehen kann, würde er für Menschen mit einer Sehbehinderung einen gehörigen Zugewinn an Lebensqualität und Eigenständigkeit bedeuten. Der Fortschritt ist so groß, dass Mark Riccobono, Geschäftsführer des beteiligten Jernigan Institute, begeistert von einer "Mondlandung" spricht: zwar nur ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein Quantensprung für Betroffene.
Noch ist es aber nicht so weit, noch ist das Auto nicht ausgereift. Und selbst dann müssen erst die geltenden Gesetze geändert werden, um auch blinden Menschen die aktive Teilnahme am Straßenverkehr zu gewähren. Die Legalisierung lässt sich aber erst dann durchsetzen, wenn das Fahrzeug perfekt funktioniert. Bis dahin wird die Entwicklung voraussichtlich mehrere Millionen Dollar verschlingen.
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