Die Herstellung völlig wasserabweisender Materialien ist an der Universität Zürich gelungen. Wenn man Textilgewebe mit Silikon beschichtet, entsteht auf dem Material eine dünne Luftschicht, die den Kontakt mit Wasser verhindert.
Die Wassertropfen bilden sphärische Kugeln, erklärt der Entwickler Stefan Seeger, die schon bei geringer Neigung abrollen. Ein auf diese Weise beschichtetes Textil blieb auch nach zwei Monaten unter Wasser völlig trocken.
Chemische Grundlage für die Beschichtung ist Silikon. Es ist als Abfallprodukt der Siliziumchemie kostengünstig und nicht toxisch. Die Beschichtung im Nanobereich erfordert nur geringe Mengen. Der ganze Vorgang ist unkompliziert und erfolgt bei Raumtemperatur in einer dafür errichteten Kammer.
Wichtig für den Wohlfühl-Faktor: Beschichtete Textilien bleiben atmungsaktiv und lassen Schweiß durch. Das Silikon geht mit den Textilfasern eine innige Verbindung ein, die auch dem Waschen widersteht.
Die neue „Dichtungstechnik“ findet in der Sportartikel- und Bekleidungsindustrie bereits erste Anwendung, gleichzeitig öffnen sich neue Bereiche. So können mit der Beschichtung etwa Kameras wasserdicht gemacht werden. Außerdem lassen sich damit Solarpaneelen sauber halten, die durch Dreckablagerungen erhebliche Leistungsverluste in Kauf nehmen. (17.04.2009)