Die Starnberger Schreinermeisterin Katja Dapous will das älteste Verkehrsmittel der Welt reaktivieren – den Einbaum. Er wurde vor 40.000 Jahren erfunden und brachte die erste Globalisierungswelle ins Rollen: die Ausbreitung des Menschen rund um den Globus.
Die Polynesier eroberten in ausgehöhlten Baumstämmen ab dem dritten Jahrtausend vor Christus den Pazifik – sie waren der abendländischen Seefahrt technologisch weit voraus. Als James Cook mit seinem Dreimaster „Resolution“ im 18. Jahrhundert den Stillen Ozean durchkreuzte, war er von den rasanten Katamaranen der Einheimischen wie geschockt.
Sie bestanden aus zwei Rümpfen, wurden von bis zu achtzig Ruderern angetrieben, hatten zusätzlich zwei Segel und fuhren Cooks schwerfälligen Galeonen mit zehn Knoten Tempo davon. Noch im Pazifikkrieg des Zweiten Weltkriegs leisteten geräuschlose Einbäume wichtige Aufklärungsdienste für die US-Streitkräfte.
Jetzt will Katja Dapous die Einbaumkultur auf dem Starnberger See neu beleben, wo das Wasserfahrzeug von Fischern oft bis ins 20. Jahrhundert hinein verwendet wurde. Die Schreinermeisterin und Erlebnisarchäologin hat Einbäume (Foto) aus Mozambique importiert und will damit Regatten, Mondscheinfahrten und Managementseminare veranstalten. In Schulen wirbt sie dafür, die schlanken Holzfahrzeuge in die Wandertagsplanung zu integrieren. (01.04.2009)