James Barrett, britischer Archäologe, ist sich sicher, das Geheimnis der brutalen Wikinger gelüftet zu haben: Der Grund für ihre ausgedehnten Beutezüge waren miserable Chancen am Heiratsmarkt (Foto pixelio: Erwin Knorr). Es ist belegt, dass in der heidnischen Wikinger-Kultur weibliche Neugeborene systematisch ermordet wurden, weil die männlichen Nachfahren mehr galten. Aus diesem Grund entstand zwei Jahrzehnte danach ein Mangel an heiratsfähigen Frauen. Die Gunst der wenigen potenziellen Bräute haben sich die Männer offensichtlich mit kostbarem Schmuck erkauft. Wertvolle Grabfunde von Wikinger-Frauen unterstützen diese Theorie.
Eine andere These lautet: Die Wikinger waren sehr gute Schiffsbauer und hervorragende Seeleute; das beflügelte ihren Expansionstrieb, der sie in immer neue Reiche einfallen ließ. Diese Erklärung lehnt Barrett ab. Die Schiffe und das Know-How seien Voraussetzungen, aber nicht die Ursache ihrer räuberischen Seereisen.
Vor allem England und Irland hatten im frühen Mittelalter unter den Raubzügen der rauen Nordmänner zu leiden. Für junge Wikinger war es üblich, in militärischen Brüderschaften auf Beutefang über die Meere zu segeln. Ab einem gewissen Alter kehrten die Männer dann aber wieder zurück, um eine Familie zu gründen. Heirat und Familiengründung waren für erwachsene Wikinger offenbar Pflicht. (30.10.2008)
Der Beitrag ist die verkürzte Fasssung eines Artikels des Nachrichtendienstes „Wissenschaft aktuell“ http://www.wissenschaft-aktuell.de/
|