Der frühe Mensch stolperte keineswegs über technische Neuerungen. Um Pfeil und Bogen optimal aufeinander abzustimmen, bediente er sich der „trial and error“ Methode, also des systematischen Ausprobierens. Dies fanden jetzt Archäologen der Universität von Missouri in Columbia/USA heraus. Sie analysierten dafür über 1000 Pfeilspitzen aus drei verschiedenen geographischen Regionen (Foto).
Das Jagdwerkzeug Pfeil und Bogen tauchte in Nordamerika vor etwa 1 500 Jahren auf und veränderte die Art der Jagd. Mit ihm konnten kleinere, wendigere Tiere in dichterer Vegetation gejagt werden. Auch der Abstand zur Beute ließ sich vergrößern. Als weiterer Vorteil war dieses Gerät leichter, schneller und nicht so sperrig wie der bis dahin benutzte Wurfspeer.
„Allerdings konnte man nicht einfach nur irgendeinen Pfeil mit irgendeinem Bogen kombinieren“, so R. Lee Lyman, Professor der Archäologie an der Missouri Universität. „Eine neue Technologie benötigt innovatives Denken. Komponenten wie die Pfeilspitze mussten neu erfunden werden.“ Für eine hohe Trefferquote konnte der Mensch nicht einfach die Bauart des bis dahin benutzten Wurfspeers übernehmen.
Da er von der Aerodynamik eines Pfeils und der Flugbahn noch nichts wusste, musste durch Ausprobieren herausgefunden werden, wie beide Teile der Waffe am besten harmonisierten. Eine Vielzahl der damals hergestellten Projektile war deshalb nutzlos und wurde verworfen. Archäologen stoßen deswegen immer wieder auf Häufchen mit Pfeilspitzen, die zu diesem Ausschuss gehören. Sie stammen aus der Zeit, als der Mensch damit noch experimentierte. Später dann wurden sie nicht mehr weggeworfen, wie die fehlenden Funde zeigen – die Technik war ausgereift und voll einsetzbar. (22.08.2008)
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