In 15 Jahren soll es wieder so weit sein: Menschen auf dem Mond. Vier Astronauten wollen die USA auf die Reise schicken. Ziel der Mission: der Bau einer Mondstation.
Im Januar 2004 hatte US-Präsident George Bush seine Weltraumpläne zum ersten Mal vorgestellt. Nun legte die NASA mit den Details nach: 104 Milliarden US-Dollar will die Raumfahrtbehörde in die bemannte Mondmission investieren. Mit diesem Geld soll auch das neue NASA-Raumschiff finanziert werden. Denn in sechs Jahren wird die jetzige Shuttle-Flotte aus dem Dienst ausscheiden.
Das neue “Crew Exploration Vehicle” (CEV) soll wie eine größere Version der Apollo-Kapsel aussehen, mit einem kegelförmigen Kommandomodul, das die Astronauten mit Hilfe von Fallschirmen auf die Erde zurückbringen wird. Für die Energieversorgung im Weltall sorgen Solarzellen; die Antriebssysteme verbrennen eine Mischung aus flüssigen Methan und flüssigem Sauerstoff. Die Forscher hoffen, die Flotte eines Tages direkt auf dem Mond wieder auftanken zu können: Beide Gase könnten nämlich mit der entsprechenden Technik aus der Atmosphäre des Mondes gewonnen werden.
Entwickelt wird das Raumschiff von zwei Gruppen: Lockheed Martin Corporation leitet das eine Team, Northrop Grumman Corporation und Boeing das andere. Bis 2012 soll das Fahrzeug startklar sein, die endgültigen Entwürfe werden nächstes Jahr vorgestellt. Die erste Mission des CEV wird es sein, sechs Astronauten zur Internationalen Raumstation zu bringen. Auch eine unbemannte Version des Raumschiffes ist angedacht. Sie soll dem Lastentransport dienen.
Für die Reise zum Mond müssen sich die Techniker allerdings noch einiges einfallen lassen: Zunächst muss ein „Lunar Lander“ samt Begleitrakete in den Orbit um die Erde gebracht werden. Dazu braucht man neuartige Antriebsmaschinen, welche die enormen Lasten von bis zu 125 Tonnen transportieren können. Eine leichtere Version des CEV soll dann die Astronauten zum Lunar Lander bringen, von wo aus sie eine Rakete zum Mond fliegen wird. Sieben Tage werden die Astronauten dann auf der Mondoberfläche bleiben, bevor sie wieder zum CEV zurückkehren und zur Erde zurückreisen.
Der Missionsplan zielt darauf ab, soviel Ausrüstung wie möglich für den Bau einer zukünftigen Mondbasis auf die Mondoberfläche zu schaffen. Die neuartige Technik soll außerdem ermöglichen, auf allen Teilen des Mondes zu landen, so dass die Astronauten nun auch erstmals die Pole des Mondes erforschen könnten, wo gefrorenes Wasser vermutet wird. Die Apollo-Mission hatte nur auf den Äquator-Gebieten landen können. Nach dem Start des Programms sollen zwei Mondmissionen pro Jahr starten.