Auf dem Racetrack Playa im Todestal bewegen sich 162 kleinere und größere Steine wie von Geisterhand. Entdeckt wurden diese wandernden Steine bereits 1915. Die größeren Steine ziehen auf dem ausgetrockneten ebenen Salzsee eine gut sichtbare Spur hinter sich her. Doch nicht ein Geist bewegt die Steine - die Erklärung ist recht simpel: Wenn die Oberfläche des Salzsees nass und klitschig ist (morgens durch den Tau oder im Winter durch die Minustemperaturen in der Nacht) kann der Wind die Steine fast problemlos weg wehen. Gesehen hat dies aber noch niemand. Auch deshalb gibt es noch weitere Theorien von Wissenschaftler über die wandernden Steine am Racetrack. Aber es gibt im Death Valley eisige Winter und heftige Winde und nach diversen Theorien werden die Steine innerhalb weniger Minuten durch den Wind mehrere Meter weit geschoben.
So gibt es auch noch andere Thesen. Die einen munkeln von unterirdischem Magnetismus, die anderen von Wind und glatten Eisflächen im Winter. Und natürlich gab es, besonders in den 60er und 70er Jahren, Anhänger einer Ufo- Theorie: Die in den Lehm gezogenen Spuren seien in Wirklichkeit Symbole und Zeichen von Alines, die uns damit irgendetwas mitteilen wollen.
Zwischen 1968 und 1974 betrieb ein Geologe namens Bob Sharp Untersuchungen rund um die wandernden Steine. 30 Brocken beobachtete er in dieser Zeit und kam zu dem Schluss, die Bewegungen würden unter ganz bestimmten Bedingungen in stürmischen Nächten stattfinden, und einige der Exemplare müssten mit mehr als einem Meter pro Sekunde unterwegs gewesen sein. Am Ende seines Berichtes fügt er dann noch hinzu: "Ich kann's mir nicht erklären, aber 7 der 30 Steine sind überhaupt spurlos verschwunden..."
1996 nahm sich Paula Messina, Geologin der Jose State University, des seltsamen Phänomens an, das vollends ins Esoterisch-Phantastische abzugleiten drohte. Ursprünglich wollte sie Kameras montieren lassen, um die Steine zu filmen, aber das war nach Nationalparkgesetz verboten. Also markierte sie alle 162 auf der "Racetrack Playa" befindlichen Steine und kam regelmäßig vorbei, um die Wanderungen zu dokumentieren.
Ihre Erkenntnis: Die Wanderungen fanden nach einem besonders heftigen Regen statt, der den lehmhältigen Boden glitschig machte. Da Lehm Feuchtigkeit anzieht, saugte sich das Wasser auch durch den trockenen Boden unter den großen Dolomit-Brocken. Dazu kommt ein extremer Sturmwind, der sich auch noch verstärkt, wenn er im richtigen Winkel durch das Tal pfeift und dadurch weit mehr als 100 km/h erreicht. An machen der Steine konnte man, wenn der Lehm wieder getrocknet war, sogar so etwas wie Bugwellen und Kielwasser wie bei einem Boot erkennen, was auf hohe Rutschgeschwindigkeiten schließen lässt.
Andere Forscher kamen allerdings nach einem Praxistest (mit Lehmboden, Gartenschlauch und einem flachen Stein) zu dem Schluss, dass es schon Stürme mit 280 km/h bräuchte, um trotz "Aquaplaning" Steine dieser Größe zum Wandern zu bringen. Also doch Außerirdische?
Das Foto entnahmen wir dem wunderbaren Bildband " Die Wüsten der Erde" (Verlag Frederking und Thaler), der bislang opulenteste Bildband des Ausnahmefotografen Michael Martin und zugleich ein faktenreiches Sachbuch, und es ist das erste Buch überhaupt, das derart umfassend und ausführlich sämtliche Wüsten der Erde darstellt – eine Vielfalt an Landschaften, Naturphänomenen, Lebensformen und Kulturen, die man so noch nie gesehen hat.
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