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Auto & Verkehr
Audi A1 LED-Scheinwerfer: Böser Blick oder freundlich grinsen
von P.M.-Redakteur Wolfgang Stegers

André Georgi, Lichtdesigner bei Audi, hat
das Gesicht des neuen A1 geprägt
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Die Scheinwerfer sind die Augen eines Autos. Sie können konzentriert und entschlossen aussehen. Manchmal auch tragen sie den bösen Blick. Der Mensch vermittelt über die Augen Emotionen wie Glück,
Freude und Trauer. Psychologen wissen, dass Menschen diese Erfahrungen auch auf Fahrzeuge übertragen und dem Erscheinungsbild einer Autofront bestimmte Charaktere zuordnen. Mit dem Aufkommen der LED-Scheinwerfer sind den Designern gestalterische Mittel an die Hand gegeben worden, um diesen Charakter stärker herauszuarbeiten. Sie schenken den Designern völlig neue Freiheiten. André Georgi, Lichtdesigner bei Audi meint, dass beim neuen A1-Modell die Scheinwerfer Entschlossenheit und Konzentriertheit zeigen. Er glaubt sogar das Funkeln in den Augen zu sehen.

Das Tagfahrlicht der E-Klasse bei
Nacht: Haken statt Wellenform
„Beim A1 prägt eine völlig neue Form des LED-Tagfahrlichts den Charakter der Front,“ sagt der Designer. „Die neue LED-Technologie mit Lichtleitern erlaubt es uns, äußerst präzise, durchgängige Linien zu zeichnen. So entsteht im Zusammenspiel zwischen Tagfahrlicht, Blinker und Abblendlicht eine
komplexe Grafik.“ Bei dem Zusammenspiel von Tagfahrlicht, wegen seines geflügelten Verlaufs auch „wing“ genannt, dem Fahr- wie Fernlicht und schließlich auch den Nebelleuchten achten die Formgeber mittlerweile peinlichst darauf, die leuchtende Fläche der strahlenden LED-Elemente zu einer harmonischen Leuchteinheit zu komponieren. Der Scheinwerfer wird zum prägende Element der Karosserieform und die grafische Anordnung der Lichtelemente bestimmen den Charakter des Wagens.

Leuchtdioden eroberten zuerst die Rücklicher

Der Lexus RX400h war einer der
ersten mit LED-Fahr- und Fenrlicht
Die sind Leuchtdioden nicht umwerfend neu. Es gibt sie an elektrischen Geräten zuhauf und leuchten in allen Farben des Regenbogens. Welchen Wellenbereich im bunten Lichtspektrum sie abstrahlen, hängt von der chemischen Beschichtung, Dotierung ab.
Kein Wunder, dass Karosseriedesigner diese Leuchten für sich und ihre Arbeit seit langem gefordert haben. Als dann die Freigabe kam, beschäftigten sie sich zuerst mit den Rückleuchten, der so genannten Funktionsbeleuchtung. Die kleinen, intensiv leuchtenden Lichtpunkte prägen das Heck – mit doppeltem Effekt für die Augen des Betrachters. Neben dem neuen Erscheinungsbild weisen Lichtexperten darauf hin, dass LEDs schneller ansprechen und als blitzschnell aufleuchtendes Bremslicht vom Hinterherfahrenden intensiver wahrgenommen werden. Das schont wertvolle Reaktionszeit.

Der Durchbruch kam mit dem weißen Licht

Der Bentley bündelt seine LEDs
zu einer runden Leuchrosette
Etwas später sind auch solche chemischen Dotierungen gefunden worden, die weißes Licht aus dem Diodenelement schießen. Anfangs noch teuer, kann mit rapide gesunkenen Preisen nun keine Taschenlampe mehr auf die zu einem Strauß gebündelten Dioden verzichten. Fahrradfahrer schätzen an ihnen den geringen Stromverbrauch sowie das grelle Licht; Abenteurer finden sich mit den LED-Lampen in der Wildnis zurecht.

Hinter der Sammellinse liegen die
einzelnen Leucht-Dioden
Und wieder hat die Stunde der Autodesigner geschlagen. Sie setzten phantasiereiche Akzente in die Front der Fahrzeuge. Die kleinen Lichtknöpfe werden zu Balken oder Haken aneinandergereiht und sind überall an den Personen- und auch an Lastwagen als Tagfahrlicht zu sehen. Der Zubehörhandel wittert gute Geschäfte und bietet Nachrüstkits an.

Schon bald gehören die LEDs zur Standardausrüstung der Scheinwerfer

LED-Bremsleuchten strahlen
heller und leuchten schneller
Gleichzeitig schafften die Ingenieure, stärkere Lichtausbeute bei geringerem Stromverbrauch zu erzielen. Parallel verlaufende Dauerversuche zeigten, dass Diodenlichter eine Haltbarkeit von rund 100 000 Stunden erreichen und mit 11,5 Jahren ein Autoleben überdauern. Auch für den Augenkomfort ist gesorgt. Mit den Weißlicht-LEDs konnte mit 5500 Kelvin eine Farbtemperatur erreicht werden, die sich dem 6000 Kelvin messenden Tageslicht nähert. Es wird im Vergleich zum 4000 Kelvin kalten Xenonlicht als warm und angenehm empfunden. So weit sind die Hausaufgaben von Designern und Entwicklern gemacht, jetzt harren alle Befürworter auf den Abschluss des Genehmigungsverfahrens für das große Licht an den Fahrzeugen. Zum Frühjahr wird die Zulassung durch die Europäischen Behörden für das Fahr- und Fernlicht erwartet.

15.01.2010



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