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Opel Sports Tourer: Ein Edelkombi will nach vorn
von P.M.-Redakteur Wolfgang Stegers

Starker, selbstbewußter Auftritt: Der
Insignia braucht sich nicht verstecken
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Bei den Kombis gibt es eine Zweiklassengesellschaft. Die Kombinationslimousinen sind einmal die Lademeister und für jeden Farbeimer gut oder es sind die Lifestyle-Laster, die Golfbag und Louis-Vuitton-Koffer verstauen. Deutschland ist ein Kombiland, bei manchen Modellen, wie etwa dem Opel Vectra, waren zwei von drei Verkäufen Kombis. Die hessische Traditionsmarke in General-Motors-Händen hatte zuvor mit ihrer Kombivariante „Caravan“ schon immer punkten können. Denn der über dem großen Kofferraum sich aufbauende Extraladeraum erfüllt einen doppelten Zweck: Form & Raum im Car & Van.

Der Innenraum mit sportlicher Bestuglung
in der OPC-Variante, V6 mit 260 PS
Station Wagon nennen die Amerikaner den Kombi. Bei den Rüsselsheimern heißt der neueste Kombi „Sports Tourer“. Die Botschaft ist klar und sagt alles: Unsere Klientel liebt das Lifestylige und damit liegt Opel richtig. Denn mittlerweile ist die Zunft der Handwerker und Kleingewerbetreibenden auf den Combo umgestiegen, eine Art Kleinausgabe des Vivaro, so wie es VW mit Caddy und T-Modell hält, Peugeot mit Bipper und Expert oder Fiat mit Doblo und Ducato. Der Blaumann mit Siebzehner-Schlüssel muss draußen bleiben, Handelsreisende mit weißem Kragen oder Familienväter mit Kind und Kegel sind erwünscht. Das freut die Designer. Denn sie können jetzt den Innenraum aufhübschen, edlere Materialien verwenden, hochflorigen Teppichboden verlegen und pfiffiges Ladegeschirr einbauen. Das schützt den Inhalt des Kofferraums vor neugierigen Blicken und zerrt das Gedöns auch kurvensicher fest.

Mir verlängerter Bodengruppe viel Platz im Lifestyle-Kombi

Aufgeräumte Ladefläche, glatter Boden.
Nur die Dachkante fällt leicht ab
Das sind einige aus einem dickleibigen Lastenheft voller Rezepte, um das vielfach preisgekrönte Automobil, den Insignia, zum Volumenmodell und für den Käufer lukrativ zu machen. Ganz entschieden gehört dazu der äußere Auftritt. Da steht eindeutig Form vor Funktion. Ein Kombi muss heute chic, tres chic aussehen. Quadratisch, praktisch, gut wird bei den Nutzfahrzeugen verlangt. Gestreckte Linien, dynamischer Schwung und harmonische Formensprache sind drei Merkmale, die den Sports Tourer auszeichnen. Durch die Verlängerung der Bodengruppe um 8 Zentimeter gegenüber dem Basismodell des Insignia wurde bei umgelegten Rücklehnen mit 1,91 Meter fast Normbettlänge geschaffen. Das Einladevolumen ist dann um 1000 Liter auf 1540 gestiegen. Wem das nicht reicht oder wenn die Familie in die Skiferien reist, der muss rauf aufs Dach und an den Stäben der Reling die Gepäckbox befestigen. Die Skier lassen sich aber durch die Mittelarmlehne der Rückbank schieben.

Pfiffig: die Rückleuchten brennen,
wenn die Heckklappe geöffnet ist
Kombis, keine Frage, müssen auch Reiseweltmeister sein. Der Langstreckenkomfort ist neben den laufenden Betriebskosten ein entscheidendes Kaufargument für Vielfahrer, Vertreter und Flottenmanager. Seit langem schon arbeiten die Ingenieure bei Opel mit der Initiative „Gesunder Rücken“ zusammen, dessen Gütesiegel sie tragen. Zwar sind die orthopädisch nach den Kriterien der Arbeitsgemeinschaft geformten Sitze bequem und ermüdungsfrei, leider aber nur gegen Aufpreis erhältlich. Die zu ordern lohnt sich. Komfort und Körperhaltung verbessern sie deutlich.


Automatisches Fernlicht um einen Wimpernschlag zu spät

Harmonisch gestaltetes Heck
mit weicher Abrisskante
Neben dem besseren Sitzen hat sich Opel auch schon sehr früh um das bessere Sehen gekümmert. Adaptive Scheinwerfer, Kurven- und Stadtlicht sind die Stichworte. Automatisches Fernlicht und bessere Ausleuchtung der Fahrbahn gehören zur weiteren Ausbaustufe. Das AFL = Adaptive Forward Lightning genannte System bietet insgesamt 9 Funktionen an, um die Straße und Umgebung unterschiedlich stark auszuleuchten. Dabei kann das selbsttätige Abblenden bei entgegenkommendem Verkehr nicht vollends überzeugen: Es regelt um einen Wimpernschlag zu spät. Als Fahrer beschleicht einen immer wieder das Gefühl, den Gegenverkehr geblendet zu haben. Selbst hätte man schneller reagiert. Gesteuert wird der Fernlicht-Assistent von einer Kamera, die den oder die Scheinwerfer des Gegenverkehrs ebenso erkennt wie die vorausfahrenden Rückleuchten. Bisweilen kann es auch passieren, dass die Auswertelogik abblendet, nur weil große, weiß reflektierende Verkehrstafeln ebenso falsch interpretiert wurden wie Leuchtreklamen. Bei eingeschalteten Nebelscheinwerfern ruht der Asisstent.

Gestreckte Seitenlinie, dynamische Formen:
Der Sports Tourer erscheint chicer
Der Innenraum mit Cockpit und Armaturen ist im Sports Tourer unverändert geblieben. Die Schalter lassen sich sicher bedienen, Irritationen keine. Auch das Navi ist klar und logisch, die Software ist auf dem neuesten Stand und führt mit eindeutigen Anweisungen, wie etwa „Ausfahrt 34 nehmen“. Da gibt s kein Rätseln oder Vertun. Für Unterhaltung ist gesorgt. Die USB-Schnittstelle erlaubt das eigene Musikprogramm. Auf dem Monitor (nur in Verbindung mit dem Navigationssystem) erscheinen die Playlists der MP3-Dateien. Die iPod-Schnittstelle nutzt die Möglichkeiten des Apple-Formats.

Ein Sparweltmeister ist der Diesel nicht

Fast symbolisch mit Motorboot am Haken:
Opel hat noch viel zu schleppen
Der Bordcomputer offenbart, dass der Zweiliter Turbo Dieselmotor mit 160 PS und Sechsgangautomatik trotz Ecotec doch nicht so genügsam ist. Zielvorgaben für Mitbewerber werden bei einem Konsum von 8 Litern und gefühlvollem Umgang mit dem Gaspedal nicht gegeben. Verbrauchsrekorde werden damit nicht gefahren. 70 Liter im Tank sind ausreichend. Mag sein, dass der hohe Verbrauch auch dem dezent operierenden Allradantrieb geschuldet ist. Zum Bild des ein wenig enttäuschenden Diesel passt auch das laute Startnageln. Es ist wirklich nicht mehr zeitgemäß. Eine weichere Verbrennung des Selbstzünders lässt sich durch Feinschliff der sequentiellen Einspritzung erreichen. Ist dann der Motor auf Betriebstemperatur, verschwinden die durchdringenden Geräusche. In der Spitze ist der Diesel 220 km/h schnell

Neun Lichtprogramme, um die Straße auszu-
leuchten, inklusive automatischem Fernlicht
Das Fahrwerk ist mit dem FlexRide hatte bereits bei der Entwicklung oberste Priorität und passt sich mit seiner Federung der Straße an, wie es gleichzeitig Daten des elektronischen Gaspedals und der Lenkung mit aufgreift. Dadurch wird, die jeweilige Beladung mit eingerechnet, aus einem weich gefederten Stadtcruiser auf der Autobahn ein „brettharter“ Sport Tourer. DMC, Driving Mode Control, sensiert das momentane Temperament des Fahrers und stellt den Wagen darauf ein. Auf Knopfdruck werden neben dem Neben dem Basisprogramm auch die beiden anderen Einstellungen „Sport“ und „Tour“ vorgewählt. Im alltäglichen Fahren wird diese elektronische Regelung als angenehm empfunden, kommt es doch den individuellen Bedürfnissen und der situativen Bedienung des Autos entgegen. Heute cruisen, morgen heizen, werden kompromislos absolviert.

Die Insignia-Familie ist beliebt und attraktiv

Lif4estyle-Kombi brauchen keine große
Klappe: Aber der ikea-Einkauf passt hinein
Der Insignia Sports Tourer ist mehr als das „Jetzt-erst-recht-Bekenntnis“ der treuen Opel-Kunden. Dazu ist der Wagen zu gut, zu elegant, gut verarbeitet und passt zielgenau in die anvisierte Käufergruppe. Ein ausreichendes Motorenprogramm, gepaart mit attraktiven Preisen machen den Sports Tourer zum ernstzunehmenden Mitspieler im Kreise der renommierten deutschen Hersteller im Norden wie Süden der Republik. Diese Erfahrung haben die Opelianer bereits mit der Limousine und der Fließheckvariante des Insignia machen dürfen und sicherlich der jetzt nachgeschobene Sports Tourer die gute Auslastung des Stammwerks Rüsselsheim weiter befeuern. Und mit den kommenden Modellen wie Corsa und Meriva haben sie haben sie noch weitere treffsichere Modelle im Köcher. Platz 2 der deutschen Zulassungsstatistik hat Opel bereits zurückerobert.

06.01.2010
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