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Auto & Verkehr
Ende des Supersportwagens SLR von Mercedes und McLaren: Ab ins Museum
von P.M.-Redakteur Wolfgang Stegers

SLR-Familie mit Ahnherr: zwei Coupévariante,
zwei Roadsterund der puristischen SLR
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Die letzten Exemplare des Mercedes-Benz SLR Stirling Moss werden in diesen Tagen gebaut. Damit geht die gar nicht so überaus erfolgreiche Ära des Supersportwagens zu Ende. Mit dem Flügeltüren-Coupé wollten Mercedes-Benz und McLaren vor sieben Jahren gemeinsam den Mythos der legendären SLR Rennsportwagen aus den 1950er Jahren wiederbeleben. Trotz fünf unterschiedlicher Varianten war der SLR-Familie nicht der Verkaufserfolg des 500 000 Euro teuren Sportwagens beschieden, den sich ihre Väter, Jürgen Hubbert und Ron Dennis, erhofft hatten.

Volle Brise von vorn: Im Spyder wird die
Urgewalt des SLR zum besonderen Erlebnis
Gefertigt wurden in der futuristischen Formel-1-Schmiede im britischen Woking zwei Coupé Varianten, zwei Roadsterversionen und der puristische SLR Stirling Moss. Diese Last Edition wurde auf 75 Exemplare limitiert und setzt den Schlusspunkt der SLR-Geschichte. Insgesamt wurden seit 2004 rund 2000 SLR produziert – deutlich mehr als von jedem anderen Supersportwagen dieser Kategorie. Das Projekt SLR war von Beginn an zeitlich begrenzt und als limitierte Auflage konzipiert worden und wird mit dem SLR Stirling Moss jetzt abgeschlossen.

Die Befehlszentrale: Das Cockpit wirkt
eher sachlich und funktional
Geboren wurde der SLR-Mythos 1955, als Rudolf Uhlenhaut, der damalige Pkw-Versuchschef und Leiter der Rennwagen-Entwicklung von Mercedes-Benz, eine bestechende Idee verwirklichte. Er verband Design und Technik des seit 1954 produzierten aufsehenerregenden „Flügeltürers“ Mercedes-Benz 300 SL mit den Eigenschaften des 300 SLR, eines der erfolgreichsten Rennsportwagen aller Zeiten. Er dominierte damals alle Straßenrennen von Rang und Namen – allen voran die berühmt-berüchtigte Tourist Trophy in Nordirland und die italienischen Traditionsveranstaltungen Targa Florio und die Mille Miglia. Hier steuerten Stirling Moss und Dennis Jenkinson den Renn-Mercedes zum sogar heute noch gültigen Streckenrekord.

Charakteristisches Heck: LED in den
Rückleuchten des 350 km/h-Sportlers
Aber nicht nur der Brite sammelte Erfolge im Mercedes-Benz 300 SLR. Auch der spätere fünfmalige Formel-1-Weltmeister Juan Manuel Fangio und der schnelle Karl Kling fuhren den Sportwagen aus Untertürkheim auf Spitzenplätze. Die straßentaugliche Coupé-Version dieses sagenhaften Rennfahrzeugs – unter Kennern als „Uhlenhaut-Coupé“ bekannt – begründete die leidenschaftliche Zuneigung von Automobil-Enthusiasten zum SLR.

Der Mercedes SLR auf dem Gelände der
McLaren-Fabrik im britischen Woking
Die Modelle der SLR Familie, die seit 2004 aus den Hallen der F1-Weltmeisterschmiede in Woking rollten, stellen die nachdrücklichste Erinnerung an die ruhmreiche SLR Geschichte aus den 1950er Jahren dar. Sie übertrugen die Kernwerte der historischen SLR Modelle in unsere Tage – ein faszinierendes Design, das in vielen Details seine Vorgänger zitiert, innovative Technik und hochklassige Materialien in handwerklich perfekter Ausführung. Gleichzeitig setzten sie die Tradition der hochklassigen Gran Turismo-Fahrzeuge konsequent fort. Die SLR Modelle begeistern durch ideales Handling, höchste Geschwindigkeit, beste Beschleunigungswerte kombiniert mit einer erlesenen Ausstattung und bescheren damit ein einzigartiges Fahrererlebnis.

Im SLR-Club der Gentleman-Driver
wird der Sportwagen weiterleben
Das kräftige Hightech-Triebwerk trägt mit zum Rennsportcharakter bei. Es wurde bei Mercedes-AMG entwickelt wurde und hat Leistung im Überfluss. Im Coupé und im Roadster kann der Fahrer 460 kW (626 PS) bei dem Achtzylinder mit 5,5 Liter Hubraum abrufen, in den 722-Modellen sind es 478 kW (650 PS). Damit zählen die SLR Triebwerke zu den kraftvollsten Motoren für straßentaugliche Seriensportwagen.

Zum Auslaufen der SLR-Produktion werden auch die geschäftlichen Beziehungen abgebaut und die finanziellen Verknüpfungen zwischen Daimler und McLaren entflechtet. Mit dem neuen Mercedes-Flügeltürer SLS, der vollkommen bei AMG in Affalterbach entwickelt wurde und gefertigten wird, hat Mercedes einen ebenbürtigen Nachfolger gefunden. Er hat schon jetzt, vor seiner Auslieferung im kommenden Frühjahr, einen fulminanten Start hingelegt und ist ausverkauft. Es zeichnet sich schon jetzt ein großer geschäftlicher Erfolg ab und sicherlich wird der SLS mit deutlich höheren Stückzahlen als den durchschnittlich 0,7 pro Tag gefertigten SLR gebaut werden. Optimisten können sich doppelt so viele SLS pro Jahr vorstellen, wie insgesamt in sieben Jahren SLR gebaut wurden.

04.12.2009
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