Auf schön gemalten Stammbäumen finden sich oft auch Wappen neben den Personennamen. Nicht immer verbirgt sich dahinter alter Adel, und gelegentlich ist der Träger nur das Opfer eines windigen Geschäftemachers geworden. Dazu später mehr, doch zunächst: Was ist eigentlich ein Wappen? Und was bedeutet es?
Wappen – der Name ist verwandt mit den »Waffen« – gibt es seit der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Sie zierten Schilde, Helme und Fahnen von Rittern, damit man diese beim Kampf und auf Turnieren in ihrer Rüstung leichter erkennen konnte. Anfangs waren die Wappen-Zeichen möglichst schlicht gehalten, damit man sie sich gut merken und auseinander halten konnte. Besonders wichtig war das für die Herolde, die bei Turnieren als Schiedsrichter fungierten. Nach ihnen heißt die Wissenschaft von den Wappen »Heraldik«.
Bald verwendete man Wappen auch als Urkundensiegel. In diesem Sinne führten seit dem 13. Jahrhundert auch Handwerker oder Händler ihre Markenzeichen als Wappen, die erblich wurden. Ebenso Geistliche, aber auch Körperschaften wie Klöster, Bistümer und Städte. Später galt die Verleihung eines Wappens durch den Landesherrn als Auszeichnung für eine Familie, die sich besonders hervorgetan hatte.
Die Wappen von Städten oder Gemeinden sind noch heute gesetzlich geschützt. Um die Wappen von Privatleuten kümmern sich in Deutschland seit 1922 heraldische Vereine, die die Abzeichen in »Wappenrollen« führen. Jeder, der ein Wappen führen möchte, kann sich heutzutage eines anfertigen lassen. Wer glaubt, es müsste sich für seine Familie ein historisch »echtes« Wappen finden lassen, sollte bei den heraldischen Vereinen Rat suchen. Denn dubiose Anbieter verkaufen oft erfundene oder »geklaute« Wappen als vermeintlich historische Familienwappen.