Wie das Sprachgenie Jean François Champollion hinter das Geheimnis der altägyptischen Schrift kam und welche Rolle Königin Kleopatra dabei spielte.
Die dreisprachige Inschrift des »Steins von Rosette« war für Jean François Champollion der Schlüssel zur Entzifferung der Hieroglyphen. Den in Griechisch abgefassten Teil verstand er sofort: Im Jahre 196 v. Chr. preisen die Priester der ägyptischen Stadt Memphis den Pharao Ptolemaios V. Epiphanes (210–180 v. Chr.) für erwiesene Wohltaten. Champollion vermutete, dass dieser Text eine Übersetzung der anderen beiden Passagen in Hieroglyphen und das Demotische (ägyptische Lautschrift) ist.
Im Jahr 1821 untersuchte der Forscher einen zweisprachigen, mit Hieroglyphen und griechischem Text geschmückten Obelisken, der ursprünglich zur Zeit von Königin Kleopatra auf der Insel Philae aufgestellt wurde. Champollion hatte endlich ein Gegenstück zum »Stein von Rosette«, um seine Methode anzuwenden.
Aufgrund der Position der Herrschernamen in den griechischen Texten vermutete der Wissenschaftler, dass diejenigen Hieroglyphen, die in einen ovalen Ring (»Kartusche«) gesetzt waren, die Pharaonen bezeichnen: »Ptolemäus« beim »Stein von Rosette« und »Kleopatra« auf dem Philae-Obelisken. Und tatsächlich: Drei Hieroglyphen stimmten bei beiden Namen überein; mit diesen gemeinsamen Zeichen war der Anfang zur Entzifferung der altägyptischen Schrift getan.