Witz, Weib und Gesang in Wagners Meisteroper Die Meistersinger von Nürnberg
Autor(in): Richard Wagner
Verlag: Decca
Dirigent: Daniel Barenboim; Aufführende: Bayreuther Festspiele; 4 CDs, Beiheft, ca. 70,- EUR
Mit dieser Oper setzte Richard Wagner den singenden Handwerkern der spät-
mittelalterlichen Städte ein Denkmal. Der Ritter Walther von Stolzing verliebt sich in die schöne Eva. Doch deren Vater hat das Mädchen dem Sieger eines Wettsingens versprochen. Weil nur Meistersinger teilnehmen dürfen, bewirbt sich Stolzing mit einem Vorsingen um die Aufnahme in die Zunft, doch der eifersüchtige Beckmesser – einer der Schiedsrichter – registriert peinlichst alle Verstöße gegen die überkommenen Regeln.
Dass Stolzing am Ende dennoch die schöne Eva heimführen kann, verdankt er Hans Sachs. Der selbst in das Mädchen verliebte Schuhmacher hilft selbstlos Stolzing, weil er die Schönheit von dessen neuartiger Singweise erkennt. Durch seine Offenheit löst er zudem die Erstarrung, die sich über den Meistergesang durch zu strenge Regeln
gelegt hat. Die komischste Figur dieser Oper ist der »gockelnde« (Wagner) Junggeselle Beckmesser: Eine Karikatur des Musikkritikers Eduard Hanslick, der Wagners Musik regelmäßig verriss.