Immer wieder genesen Menschen auf unerklärliche Weise von schweren Krankheiten: Tumore schrumpfen, Metastasen lösen sich auf, Lähmungen verschwinden. An der Uni Heidelberg haben Wissenschaftler solche Spontanheilungen genau untersucht. Dabei wurde klar: Menschen, die aus eigener Kraft gesund werden, haben ganz bestimmte Eigenschaften.
Sind sie die Erklärung für das rätselhafte Geschehen? Oder gibt es noch andere Ursachen?
Es war reiner Zufall, dass sie an jenem Morgen ihre Brust abtastete und den Knoten entdeckte.
Die Ärzte teilten der Mutter von vier Kindern mit, sie hätte Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Der Tumor hätte au-ßerdem gestreut und sie würde das Jahr nicht überleben.
Das war vor 25 Jahren. Die Frau war meine Großmutter. »Sterben kommt nicht infrage«, erklärte sie uns damals, schließlich wäre der Großvater dann allein, und der »kann sich ja nicht mal ein Brot schmieren«. Mit ihrem Mann konnte sie über ihre Krankheit nicht sprechen, dafür betete sie zu Gott und klärte mit ihm »ihre Angelegenheiten«. Ihr Glaube stützte die Hoffnung, dass »alles wieder gut wird«. Die Krankheit verdrängen half nicht, dafür die Ablenkung: sich um Familie und Freunde kümmern, anderen Kranken Mut machen – es war, als hätte sie beschlossen: Ich hab Wichtigeres zu tun, als mich um meine Krankheit zu sorgen! Nach sechs Monaten lie-ßen sich keine Metastasen mehr nachweisen, und nach weiteren zehn Jahren galt sie als geheilt. Und sie lebt noch immer – gesund und munter.