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P.M. HISTORY 05/2004
Erotik antik
So trieben es Griechen und Römer

Wer glaubt, Pornografie sei eine moderne Erfindung, wird hier eines Besseren belehrt. Schon griechische und römische Künstler schufen eindeutige Darstellungen. Daneben schätzte man aber auch Sinnlichkeit und reizvolle Erotik

Die Werbeagenturen haben längst verstanden, wie man die Aufmerksamkeit des Publikums auf ein Produkt lenkt: mit Sex! Der Trick funktioniert so gut, weil das Thema Sexualität auch im 21. Jahrhundert noch immer zu den gesellschaftlichen Tabus zählt. Ein paar prickelnde Anspielungen genügen – und man schaut hin. Nicht von ungefähr erkannte Sigmund Freud vor etwa hundert Jahren in der unterdrückten Sexualität einen neuralgischen Punkt der eu-ropäischen Seele.

Doch nun drehen wir die Uhr zwei- bis dreitausend Jahre zurück – und besuchen das antike Rom, Griechenland und Ägypten. Die erste Erkenntnis: Doktor Freud hätte in dieser Welt seine berühmte Suche nach phallischen Symbolen schleunigst eingestellt. Denn überall wäre er nicht nur auf Symbole des männlichen Gliedes gestoßen, sondern auf dessen unzweideutige Abbildungen – und zwar im erigierten Zustand. Ein Spaziergang durch die Straßen einer beliebigen römischen Stadt hätte dies verdeutlicht. Solche Abbildungen wurden oft neben die Eingangstüren der Häuser eingemeißelt. In Pompeji etwa kann man unter einem solchen Bild die Inschrift lesen: »Hic habitat felicitas« – »Hier wohnt die Glückseligkeit«.

Der Penis, lieber Doktor Freud, wurde in der Antike als Glücksbringer verstanden. Römische Kinder trugen zum Schutz goldene Ringe und Anhänger in Form von erigierten Gliedern. In fast jedem Garten stand eine Figur des Gottes Priapus, die meistens aus Holz geschnitzt war. Ihr Hauptmerkmal: ein überdimensionaler, hervorstehender Penis.

Autor(in): P.J. Blumenthal

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Ausgabe 04/2010