Sind Ritter nicht stolze Helden, die von schönen Frauen bewundert werden? Die meisten können davon nur träumen: Im Alltag kämpfen sie nicht hoch zu Ross für das Gute, sondern um ihr tägliches Brot.
Schnell, auf ein Wort! Viel Zeit habe ich nicht – Abenteuer muss ich bestehen! Gestern kreuzte ich die Klingen, heute singe ich zur Laute, morgen mach’ ich einem Edelfräulein den Hof. Reich bin ich, edel und frei – Kuno von Treuenfels, ein rechter Ritter ohne Furcht und Tadel!
Das glaubt ihr? Ach, was spinnt ihr Leute euch zusammen! Ein Edelmann bin ich mitnichten. Derb ist mein Reden, grob sind meine Manieren. Berufskrieger bin ich zu Pferde, folgen muss ich König, Fürst und Landgraf. Ruft einer »Spring!«, frag’ ich: »Wie hoch?« Hart ist mein Lebenskampf. Ritter kommt von Reiter, weiter nichts. Das Lehen finanziert mir Streitross, Waffen und Ausrüstung. Viel ist es nicht, was mir mein adliger Lehnsherr zur Ritterwürde gibt: ein paar Hufe Land, selbst bewirtschaftet, dazu meine Güter mit den abhängigen Bauern darauf und ihren Abgaben. Wofür ich sie im Kriegsfall beschütze. Irgendein Krieg, eine Fehde tobt immer. Viele Ritter hat das letzte halbe Jahrtausend gesehen: arme Ritter, reiche Ritter, tote Ritter; davon viel zu viel...