Jeder Achte spürte eine sonderbare Wärme. Jedem Zwanzigsten wurde seltsam kalt. Jeder Zehnte fühlte sich buchstäblich berührt. Und mancher hatte das Gefühl, als fließe ein kribbelnder Strom durch seinen Körper. Höchst unterschiedlich fielen die Erlebnisse aus, die die Patienten nach ihrer Behandlung schilderten. Doch eines war allen 1500 Frauen und Männern gemeinsam: Sie hatten kein Wartezimmer und keinen Behandlungsraum betreten, sondern waren aus der Ferne behandelt worden.
Zum Beispiel am Telefon, häufig aber auch ganz ohne direkten persönlichen Kontakt: Den Heilern genügte ein Foto ihrer Patienten, um sich geistig auf sie einzustellen. Dazu mussten sie nicht einmal wissen, wo sich der oder die Betreffende gerade aufhielt. »Heiler erleben aus der Ferne mitunter bis in die kleinsten Details die Situation des Kranken und spüren die Beschwerden wie am eigenen Leibe«, sagt der Dortmunder Physikprofessor Alfred Stelter. Das ist schon ungewöhnlich genug. Geradezu unglaublich hingegen scheinen die Ergebnisse dieser geistigen Verbindungen zu sein: die anschließende Gesundung der Patienten oder zumindest die Verbesserung ihrer Leiden.
Zunehmend interessieren sich auch Wissenschaftler für dieses Phänomen. Nach der erwähnten Befragung, organisiert von der Nationalen Vereinigung für Geistiges Heilen in Großbritannien, soll nun ein Großversuch stattfinden, bei dem 400 europäische Geistheiler sechs Monate lang insgesamt 400 Patienten behandeln – aus mindestens 100 Kilometer Distanz. ...