»60 Jahre und kein bisschen weise ...«, so fasste er es selbst zusammen, ein Leben, das er nach allen Regeln der Kunst ausgekostet hat: unzählige filme, Weltruhm, fünf Ehefrauen, ein Dutzend Häuser – und Champagner grundsätzlich nur aus Magnumflaschen.
Sohn aus gutem Hause
Es ist ein Leben im großen Stil, das für Curd Jürgens am 13. Dezember 1915 in München seinen Anfang nimmt. Schon das Kennenlernen der Eltern hat Stil. Der wohlhabende Hamburger Exportkaufmann Kurt Jürgens begegnet seiner zukünftigen Frau Marie-Albertine, einer Französin, am Zarenhof in St. Petersburg. Mit seinen beiden älteren Zwillingsschwestern Jeanette und Marguerite wächst Curd zunächst in München, dann in Berlin auf, wo die Familie eine großzügige Villa bewohnt. Die Kinder werden zweisprachig erzogen, es ist eine sorglose Zeit in großbürgerlichen Kreisen. Mit 17 Jahren muss Curd fast ein Jahr im Krankenhaus verbringen – Folge eines Unfalls im Rennwagen seines Schwagers. Nach zahlreichen Operationen ist er zwar genesen, bleibt aber zeugungsunfähig. Nach dem Abitur versucht er sich als Reporter einer Berliner Boulevard-Zeitung. Bei einem Interview lernt er die Schauspielerin Lulu Basler kennen, die ihn überzeugt, selbst Schauspielunterricht zu nehmen. Seine Karriere beginnt, als Willy Forst ihn 1935 für seinen Film „Königswalzer“ verpflichtet. Im folgenden Jahr hat er sein erstes Bühnenengagement als singender Bonvivant am Berliner Metropoltheater.
Große Ambitionen
Im Juni 1937 heiratet der 21-jährige Curd Jürgens die sechs Jahre ältere Lulu Basler. „Ich habe damals nicht gewusst, ob es die große Liebe war“, schreibt er später in seinen Memoiren. „Heute weiß ich, dass Zärtlichkeit, Humor, innige Zuneigung und aufregender Sex mich mit Lulu verbanden. Hinzu kam das merkwürdige Leben des Showgeschäfts, in das sie mich einführte, als wäre es die selbstverständlichste Sache der Welt.“ Lulu Basler bestärkt ihren Mann, der zu dieser Zeit sein Geld auch als Fotomodell verdient, in seinen schauspielerischen Ambitionen.