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P.M. Biografie 01/2010
Heile Welt und wilde Affären
John F. und Jackie Kennedy

Es scheint alles perfekt: Ein Mann mit der Aura eines Helden und eine schöne Frau mit dem Flair einer Zauberprinzessin werden ein Paar. Doch ihre Märchenwelt hat tiefe Risse. Zu ihrer Liebe finden die beiden erst, als es schon fast zu spät ist.

John Fitzgerald Kennedy plätschert in der Badewanne und denkt über Frauen nach. Wie so oft soll das heiße Wasser seinen tobenden Rückenschmerz beruhigen. Und wie es so seine Art ist, hat er einen vertrauten Freund zu sich ins Badezimmer geholt – auch später noch, als Präsident, gehören die „Badewannengespräche“ zu seinen Ritualen. „Ich will keine Frau heiraten, die eine erfahrene Reisende ist,“ eröffnet er Langdon Marvin, einem Kumpel aus Studientagen in Harvard. Der Freund versteht sofort: Für den jungen Politiker kommt nur eine Frau in frage, die noch nicht von Bett zu Bett „gereist“ ist.

Den Ausdruck „Reisende“ für eine sexuell erfahrene Frau hat Kennedy von seinem Lieblingsdichter Lord Byron. Er benutzt ihn oft. Allerdings üblicherweise als Kompliment. Denn eigentlich steht er auf Frauen, die schon wissen, wie „es“ geht. Komplizierte Verführungsrituale und Liebesspiele sind sein Ding nicht. Schon allein, weil sein lädierter Rücken streiken würde.

Aber in diesen Frühsommer 1951 ist alles ein bisschen anders: Der demokratische Abgeordnete John Kennedy – alle nennen ihn „Jack“ – hat eine Vision: Er will Senator von Massachusetts werden und in spätestens zehn Jahren im Weißen Haus sitzen. Dazu braucht er eine passende Frau. Meint jedenfalls sein Vater, der ihm zusammen mit dem gesamten hyperehrgeizigen Clan im Nacken sitzt. Eigentlich ist Jack überzeugter Junggeselle und „Girling“ – wie er die Jagd auf Frauen nennt – sein Lieblingssport. Aber noch etwas ist anders in diesem Juni 1951: Auf einer Party bei den Bartletts im feinen Washingtoner Stadtteil Georgetown hat Jack ein Mädchen kennengelernt, das ihm nicht übel gefällt.

Autor(in): Sabine Schwabenthan

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